Checkliste zum Bombardeangeln auf Forellen

Hier ist eine ausführliche und praxisorientierte Checkliste zum Bombardeangeln auf Forellen:

1. Rute & Rolle

  • Bombardenrute (ca. 3,30 m – 4,20 m, semiparabolisch)
  • Stationärrolle (Größe 2000–4000)
  • Fein einstellbare Bremse
  • Optional: Ersatzspule (z. B. andere Schnur)

2. Schnur & Vorfach

  • Hauptschnur (Monofil oder geflochten)
  • Fluorocarbon-Vorfach (ca. 0,14–0,22 mm)
  • Lange Vorfächer (1,5 m – 4 m je nach Situation)
  • Vorfachmaterial zum Selbstbinden
  • Wirbel (klein und unauffällig)
  • Karabiner (optional für schnellen Wechsel)

3. Bombarden (Lombarden)

  • Schwimmende Bombarden (Oberfläche)
  • Langsam sinkende Bombarden (Mittelwasser)
  • Schnell sinkende Bombarden (Tiefe)
  • Verschiedene Gewichte (z. B. 10 g – 30 g)
  • Transparente und farbige Modelle

4. Kleinteile für die Montage

  • Gummistopper
  • Perlen (Knotenschutz)
  • Anti-Tangle-Booms (optional)
  • Snaps / Einhänger

5. Köder (Naturköder)

  • Forellenteig (schwimmend / sinkend, verschiedene Farben)
  • Bienenmaden
  • Maden
  • Würmer
  • Mais (optional)

6. Köder (Kunstköder)

  • Kleine Gummiköder
  • Mini-Wobbler (selten, aber möglich)
  • Fliegen (sehr effektiv mit langen Vorfächern)

7. Werkzeug & Zubehör

  • Hakenlöser
  • Zange
  • Schere / Schnurknipser
  • Messer
  • Maßband
  • Kescher (gummiert, fischschonend)

8. Montage & Technik

  • Laufmontage korrekt aufgebaut (Bombarde frei laufend)
  • Vorfachlänge anpassen (je nach Aktivität der Fische)
  • Saubere Knoten (z. B. Clinch-Knoten, Schlaufenknoten)
  • Verdrallung vermeiden (regelmäßig kontrollieren)

9. Köderführung & Taktik

  • Langsames Einholen (kaltes Wasser / passive Fische)
  • Mittlere Geschwindigkeit (Standard)
  • Schnelles Einholen (aktive Forellen)
  • Spinnstopps einbauen (Bissauslöser)
  • Zupfen mit der Rutenspitze für mehr Aktion
  • Verschiedene Tiefen systematisch absuchen

10. Platzwahl & Bedingungen

  • Windrichtung beachten (treibt Nahrung und Fische)
  • Uferzonen nicht unterschätzen
  • Tiefere Bereiche im Sommer bevorzugen
  • Flachere Bereiche im Frühjahr/Herbst testen
  • Einläufe und strukturreiche Zonen befischen

11. Kleidung & Komfort

  • Wetterangepasste Kleidung
  • Polbrille (bessere Sicht ins Wasser)
  • Angelstuhl oder Rutenhalter
  • Sonnenschutz

12. Verpflegung & Organisation

  • Getränke
  • Snacks
  • Müllbeutel
  • Köderboxen und Ordnung im Tackle

13. Dokumente

  • Angelschein
  • Tageskarte / Vereinskarte
  • Kenntnis der Regeln (z. B. erlaubte Köder)

Fazit:
Beim Bombardeangeln kommt es auf Details an: die richtige Kombination aus Bombarde, Vorfachlänge, Köder und Einholgeschwindigkeit. Mit dieser Checkliste bist du bestens vorbereitet und kannst flexibel auf jede Situation am Wasser reagieren.

Die Zucht von Würmern zum Angeln

Die eigene Zucht von Würmern zum Angeln ist eine lohnende und zugleich unkomplizierte Möglichkeit, jederzeit frische Köder zur Verfügung zu haben. Gerade für Forellenangler, aber auch für Friedfisch- oder Aalangler, sind Würmer ein absoluter Klassiker – und selbst gezüchtet spart man nicht nur Geld, sondern kann Qualität und Verfügbarkeit selbst steuern.

Welche Würmer eignen sich zur Zucht?
Nicht jeder Wurm ist gleich gut geeignet. Besonders bewährt haben sich:

  • Kompostwürmer (z. B. Dendrobena oder Mistwürmer): sehr robust, leicht zu züchten
  • Tauwürmer: größer, aber deutlich schwieriger in der Haltung
  • Rotwürmer: ideal für kleinere Haken und feine Angelei

Für Einsteiger sind Kompostwürmer klar die beste Wahl, da sie sich schnell vermehren und wenig anspruchsvoll sind.

Grundprinzip der Wurmzucht
Würmer benötigen vor allem drei Dinge:

  1. Feuchtigkeit
  2. Nahrung (organisches Material)
  3. Dunkelheit und Ruhe

Die Zucht erfolgt meist in einer sogenannten Wurmkiste oder Wurmfarm. Das kann ein spezieller Behälter aus dem Fachhandel sein oder einfach eine selbstgebaute Kiste aus Kunststoff oder Holz.

Das richtige Equipment
Für den Start brauchst du:

  • Eine Kiste oder Box (mit Luftlöchern)
  • Substrat (z. B. Erde, Kokosfasern oder Kompost)
  • Startpopulation an Würmern
  • Deckel (lichtdicht, aber luftdurchlässig)
  • Auffangschale für überschüssige Flüssigkeit (optional)

Wichtig ist, dass die Kiste gut belüftet ist, aber nicht austrocknet.

Einrichtung der Wurmkiste
Zuerst wird die Kiste mit einem lockeren, feuchten Substrat gefüllt. Dieses sollte etwa die Konsistenz eines ausgedrückten Schwamms haben – also feucht, aber nicht nass. Anschließend werden die Würmer eingesetzt und können sich eingewöhnen.

Fütterung
Würmer ernähren sich von organischen Abfällen. Geeignet sind:

  • Obst- und Gemüsereste
  • Kaffeesatz
  • Teebeutel
  • Zerkleinertes Papier oder Karton

Nicht geeignet sind:

  • Fleisch oder Fisch
  • stark gewürzte Speisen
  • Zitrusfrüchte in großen Mengen

Die Nahrung sollte regelmäßig, aber in kleinen Mengen gegeben werden, damit nichts fault.

Pflege und Wartung
Eine funktionierende Wurmzucht braucht wenig Aufwand, aber etwas Aufmerksamkeit:

  • Feuchtigkeit regelmäßig prüfen
  • Substrat gelegentlich auflockern
  • Futterreste kontrollieren
  • Gerüche vermeiden (Hinweis auf falsche Pflege)

Die ideale Temperatur liegt zwischen etwa 10 und 25 °C. Extreme Hitze oder Frost sollten vermieden werden.

Vermehrung der Würmer
Unter guten Bedingungen vermehren sich Würmer sehr schnell. Sie legen Kokons ab, aus denen nach einiger Zeit Jungwürmer schlüpfen. So wächst die Population stetig – und man hat immer genug Köder zur Verfügung.

Ernte für den Angelbedarf
Zum Angeln können die Würmer einfach aus der Kiste entnommen werden. Es empfiehlt sich, sie vorher kurz in sauberer Erde oder feuchtem Moos zu lagern, damit sie „sauber“ sind. So halten sie sich auch besser in der Köderbox.

Vorteile der eigenen Wurmzucht

  • Immer frische Köder verfügbar
  • Kostengünstig auf Dauer
  • Umweltfreundlich durch Verwertung von Küchenabfällen
  • Unabhängig von Öffnungszeiten oder Angelgeschäften

Fazit
Die Wurmzucht für das Angeln ist einfach umzusetzen und bietet viele Vorteile. Mit wenig Equipment und etwas Grundwissen lässt sich eine stabile Population aufbauen, die dauerhaft Köder liefert. Gerade für Angler, die regelmäßig ans Wasser gehen, ist das eine praktische und nachhaltige Lösung.

Die Bombarde – Sbirolino

Die Lombarde – häufig auch als Bombarde oder Sbirolino bezeichnet – ist eines der vielseitigsten Hilfsmittel beim modernen Forellenangeln. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, insbesondere aus Italien, stammend, wurde sie vor allem durch das sogenannte „Trout Area“-Angeln populär und hat sich mittlerweile in ganz Europa fest etabliert.

Herkunft und Entwicklung
Die Lombarde wurde entwickelt, um extrem leichte Köder wie Fliegen, Maden oder kleinen Teig auf große Distanzen werfen zu können. Besonders an klaren Seen, in denen die Fische weit draußen stehen, war dies ein entscheidender Vorteil. Der Begriff „Bombarda“ kommt aus dem Italienischen und beschreibt sinngemäß ein Wurfgewicht oder „Geschoss“, das den Köder hinausträgt.

Aufbau und Material
Lombarden bestehen in der Regel aus einem länglichen, aerodynamischen Körper aus Kunststoff oder transparentem Material. Viele Modelle sind hohl oder teilweise mit Wasser oder speziellen Gewichten gefüllt. Hochwertige Varianten besitzen ein exakt austariertes Innenleben, das für stabile Flugeigenschaften und ein kontrolliertes Sinkverhalten sorgt.

Typische Materialien sind:

  • Klarer Kunststoff (für unauffällige Präsentation)
  • Milchiger oder farbiger Kunststoff (für bessere Sichtbarkeit)
  • Innengewichte aus Metall oder verdichtetem Kunststoff

Ein wichtiges Detail ist die Schnurführung im Inneren: Die Hauptschnur läuft durch die Lombarde hindurch, wodurch sie frei gleiten kann (Laufmontage). Das sorgt für weniger Widerstand beim Biss und eine bessere Bisserkennung.

Arten von Lombarden
Der größte Unterschied liegt im Sinkverhalten. Hier gibt es zahlreiche Abstufungen:

  • Schwimmende Lombarden: Bleiben an der Oberfläche und eignen sich für das Fischen mit schwimmenden Ködern oder Fliegen.
  • Langsam sinkende Modelle: Ideal für mittlere Wasserschichten und vorsichtige Köderführung.
  • Schnell sinkende Lombarden: Für tief stehende Forellen, besonders im Sommer oder Winter.
  • Super-slow / intermediate: Sehr feine Abstufungen, die nur minimal sinken und extrem präzises Fischen erlauben.

Viele Modelle sind zusätzlich mit Angaben wie „g“ (Gewicht) und „sink rate“ (Sinkgeschwindigkeit) gekennzeichnet, z. B. „floating“, „slow sinking“ oder „fast sinking“.

Einsatzmöglichkeiten
Die Lombarde ermöglicht es, nahezu jede Wasserschicht gezielt zu befischen. Das ist ihr größter Vorteil. Während klassische Montagen oft nur eine Zone abdecken, kann man mit der Lombarde flexibel reagieren:

  • Oberflächenfischerei mit schwimmenden Modellen
  • Schleppen im Mittelwasser
  • Grundnahes Fischen mit schnell sinkenden Varianten

Sie eignet sich sowohl für stehende Gewässer wie Seen und Weiher als auch – eingeschränkt – für langsam fließende Gewässer.

Köder in Kombination mit Lombarden
Ein entscheidender Punkt ist die Kombination mit leichten Ködern. Besonders bewährt haben sich:

  • Forellenteig (auftreibend oder sinkend)
  • Bienenmaden und Maden
  • Kleine Gummiköder
  • Fliegen (sehr beliebt in Kombination mit langen Vorfächern)

Durch die Lombarde kann selbst eine einzelne Made mehrere Dutzend Meter weit geworfen werden.

Besonderheiten und Feinheiten
Ein zentrales Element beim Lombardenangeln ist die Vorfachlänge. Diese liegt oft zwischen 1,5 und 4 Metern. Je länger das Vorfach, desto natürlicher wirkt der Köder – allerdings steigt auch die Schwierigkeit beim Werfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Köderführung. Die Lombarde selbst erzeugt kaum Eigenaktion, daher kommt es auf die Bewegung des Köders an:

  • Gleichmäßiges Einholen für ruhige Präsentation
  • Zupfen für lebendiges Spiel
  • Spinnstopps für zusätzliche Reize

Auch die Transparenz spielt eine Rolle. Klare Lombarden sind in stark befischten Gewässern oft erfolgreicher, da sie weniger auffallen. Farbige Modelle können hingegen bei schlechter Sicht Vorteile bieten.

Gewicht und Balance
Lombarden gibt es in unterschiedlichen Gewichten, meist zwischen 5 und 30 Gramm. Das Gewicht beeinflusst nicht nur die Wurfweite, sondern auch die Lauftiefe und Stabilität im Wasser. Eine gut austarierte Lombarde fliegt stabil, überschlägt sich nicht und sorgt für eine saubere Präsentation.

Unterschied Lombarde – Sbirolino
Im Alltag werden die Begriffe oft gleich verwendet. Technisch gesehen ist „Sbirolino“ eine spezifische Bauform der Lombarde, meist etwas schlanker und für besonders feine Präsentationen gedacht. In der Praxis gibt es jedoch viele Überschneidungen.

Fazit
Die Lombarde ist ein hochentwickeltes Werkzeug für das moderne Forellenangeln. Sie verbindet große Wurfweiten mit einer extrem feinen und natürlichen Köderpräsentation. Durch die Vielzahl an Varianten, Gewichten und Sinkstufen lässt sie sich perfekt an jede Situation anpassen. Wer ihre Eigenschaften versteht und gezielt einsetzt, erschließt sich völlig neue Möglichkeiten am Wasser – oft genau dort, wo andere Methoden an ihre Grenzen stoßen