Inline-Spoons haben sich in den letzten Jahren zu einer sehr beliebten Köderform beim Forellenangeln entwickelt. Ursprünglich stammt diese Köderform aus der japanischen Trout-Area-Szene, also dem ultraleichten Angeln auf Forellen in kleinen Seen und Angelanlagen. Inzwischen sind Inline-Spoons auch in Europa weit verbreitet und werden sowohl an Forellenseen als auch in natürlichen Gewässern erfolgreich eingesetzt. Besonders beim sogenannten Spoonfishing spielen sie eine wichtige Rolle.
Was sind Inline-Spoons?
Inline-Spoons sind kleine, meist sehr leichte Metallköder, bei denen die Schnur direkt durch den Körper des Köders geführt wird. Anders als bei klassischen Blinkern befindet sich die Befestigung also nicht fest am Kopf des Köders, sondern die Schnur läuft durch eine Öffnung im Spoon.
Die Montage sieht typischerweise so aus:
Hauptschnur → Spoon → kleine Gummiperle → Wirbel → Einzelhaken
Der Haken ist also nicht direkt am Spoon befestigt, sondern hängt am Wirbel hinter dem Köder.
Dieses System hat einige besondere Eigenschaften, die Inline-Spoons von klassischen Blinkern unterscheiden.
Funktionsweise unter Wasser
Inline-Spoons besitzen eine stark gebogene Form. Beim Einholen beginnen sie zu taumeln und zu flattern. Diese unregelmäßige Bewegung im Wasser erzeugt Lichtreflexe und Vibrationen, die Forellen zum Angriff reizen.
Da der Haken frei hinter dem Spoon hängt, kann sich der Fisch beim Drill oft weniger leicht vom Köder befreien. Gleichzeitig löst sich der Spoon im Drill häufig vom Haken und rutscht auf der Schnur nach oben.
Das reduziert Hebelwirkungen, die sonst zum Ausschlitzen führen könnten.
Vorteile von Inline-Spoons
Inline-Spoons bieten mehrere Vorteile gegenüber klassischen Metallködern.
Weniger Fischverluste im Drill
Ein großer Vorteil ist die Konstruktion mit dem freien Haken. Wenn eine Forelle gehakt wird, rutscht der Spoon häufig auf der Schnur nach oben. Dadurch kann der Fisch den Köder nicht mehr als Hebel benutzen, um sich vom Haken zu befreien.
Das führt oft zu einer höheren Landungsquote.
Schonender für den Fisch
Viele Inline-Spoons werden mit Einzelhaken ohne Widerhaken gefischt. Das ist in vielen Gewässern vorgeschrieben oder zumindest erwünscht, da es die Fische schont.
Durch die freie Montage lässt sich der Haken außerdem sehr schnell wechseln.
Sehr feine Köderführung möglich
Inline-Spoons sind meist sehr leicht und besitzen eine sensible Aktion. Sie lassen sich extrem langsam führen, was besonders bei kaltem Wasser oder vorsichtigen Fischen ein großer Vorteil sein kann.
Weniger Schnurdrall
Da sich der Spoon auf der Schnur bewegen kann und über einen Wirbel montiert ist, entsteht oft weniger Schnurdrall als bei manchen anderen Metallködern.
Nachteile von Inline-Spoons
Trotz ihrer vielen Vorteile haben Inline-Spoons auch einige Nachteile, die man kennen sollte.
Montage etwas aufwendiger
Im Vergleich zu einem normalen Blinker oder Spinner ist die Montage etwas komplexer. Man benötigt zusätzliche Komponenten wie:
- kleine Gummiperlen
- Wirbel
- Einzelhaken
Gerade für Anfänger kann das zunächst etwas ungewohnt sein.
Köderwechsel dauert länger
Wenn der Spoon direkt auf der Schnur montiert ist, dauert ein Köderwechsel meist etwas länger als bei der Verwendung eines kleinen Karabiners.
Viele Angler lösen dieses Problem, indem sie mit kleinen Snaps arbeiten.
Kleine Haken können Fehlbisse verursachen
Inline-Spoons werden meist mit relativ kleinen Einzelhaken gefischt. Diese sind zwar fischschonend, können aber manchmal zu Fehlbissen führen, besonders wenn die Forellen nur sehr vorsichtig attackieren.
Nicht für alle Situationen geeignet
Inline-Spoons sind in erster Linie für ultraleichtes Angeln entwickelt worden. Bei starkem Wind, großen Wurfweiten oder sehr tiefem Wasser stoßen sie manchmal an ihre Grenzen.
In solchen Situationen können schwerere Köder oder andere Methoden effektiver sein.
Typische Einsatzgebiete
Inline-Spoons werden besonders häufig eingesetzt:
- an Forellenteichen
- in kleinen Seen
- in klaren Gewässern mit vorsichtigen Fischen
- beim ultraleichten Spinnfischen
Sie funktionieren besonders gut, wenn Forellen aktiv jagen oder auf kleine Beutetiere reagieren.
Farben und Größen
Inline-Spoons sind in vielen Farben erhältlich. Häufig verwendete Farben sind:
- Silber oder Gold für sonnige Tage
- natürliche Dekore bei klarem Wasser
- auffällige Farben wie Chartreuse, Orange oder Pink bei trübem Wasser
Die Größen liegen meist zwischen etwa 0,8 und 4 Gramm.
Fazit
Inline-Spoons sind eine moderne und sehr effektive Köderform für das Forellenangeln. Ihre besondere Konstruktion sorgt für eine natürliche Köderaktion und reduziert gleichzeitig Fischverluste im Drill. Vor allem beim ultraleichten Spinnfischen und an Forellenseen gehören sie inzwischen zu den beliebtesten Ködern vieler Angler.
Trotz einiger kleiner Nachteile bieten Inline-Spoons zahlreiche Vorteile und sind besonders dann erfolgreich, wenn Forellen sensibel auf Köder reagieren oder sehr langsam geführte Köder bevorzugen. Wer sich einmal mit der Montage und Führung vertraut gemacht hat, wird schnell feststellen, warum diese Köder bei vielen Forellenanglern einen festen Platz in der Köderbox haben.