Am 28. Februar zog es uns bei frühlingshaften Temperaturen an einen Angelweiher, der Teil einer Fischzuchtanlage ist. Gegen 9:30 Uhr begannen wir mit dem Fischen. Die Sonne hatte bereits ordentlich Kraft, das Wasser war klar, und in den verschiedenen Becken des Geländes schwammen unterschiedliche Fischarten. Perfekte Bedingungen also, um ein paar Techniken und Ködervarianten zu testen – besonders im Hinblick auf den baldigen Saisonstart Mitte März.
Wir waren mit leichten Ultralight-Ruten unterwegs und hatten uns bewusst für das Spoonfishing entschieden. Dabei wollte ich ein kleines Experiment wagen: Statt eines klassischen Spoons montierte ich eine perlmuttartige Schmuckperle, wie man sie von Halsketten kennt. Diese Perlen lassen sich unkompliziert auf ein Vorfach mit Haken aufziehen. Im Wasser erzeugen sie durch ihre helle, schimmernde Oberfläche starke Lichtreflexe – ähnlich wie ein sehr dezenter, minimalistischer Spoon.
Die Idee war, eine möglichst natürliche, aber dennoch auffällige Reizwirkung zu erzeugen. Und tatsächlich: Der Versuch zahlte sich aus. Sowohl eine Bachforelle als auch eine Seeforelle ließen sich von der schimmernden Perle überzeugen und gingen an den Haken. Auch mein Kollege konnte mit einem klassischen Spoon eine Seeforelle überlisten. Im Laufe des Vormittags wechselten wir immer wieder die Farben und Dekore, um herauszufinden, welche Reize unter den gegebenen Bedingungen am besten funktionierten.
Später probierten wir unser Glück an einem kleineren Weiher innerhalb des Geländes. Hier entschied ich mich bewusst für einen dunklen Spoon. Die Sonne stand hoch am Himmel, das Wasser war sehr klar – Bedingungen, bei denen grelle oder stark reflektierende Köder manchmal zu aufdringlich wirken. Der dunkle Köder setzte hingegen einen deutlichen Kontrast im hellen Wasser. Auch dieser Ansatz ging auf: Eine große Regenbogenforelle biss entschlossen zu.
Über den gesamten Tag hinweg experimentierten wir mit unterschiedlichen Farben, Helligkeiten und Präsentationsarten. Der ständige Köderwechsel und das aktive Suchen nach dem passenden Reiz waren letztlich der Schlüssel zum Erfolg. Natürlich ist das Angeln in einem Fischzuchtweiher nicht mit der Herausforderung eines freien Naturgewässers vergleichbar. Dennoch bot uns der Tag wertvolle Erkenntnisse über Farbwahl, Lichtverhältnisse und das Reaktionsverhalten der Fische.
Mit diesen Erfahrungen im Gepäck fühlen wir uns gut vorbereitet für den 16. März, wenn die Saison offiziell beginnt und wir unser Wissen wieder unter realen Bedingungen am natürlichen Gewässer einsetzen können.