Spoon-Fishing hat sich in den letzten Jahren zu einer der effektivsten Methoden beim Forellenangeln entwickelt – besonders am Forellensee, aber auch in ruhigen Flussabschnitten. Die kleinen, meist gewölbten Metallköder erzeugen durch ihr Taumeln und Flanken ein feines, verführerisches Spiel, das selbst vorsichtige oder träge Forellen zum Biss reizt. Entscheidend für den Erfolg sind dabei vor allem die richtige Farbwahl, die passende Größe und eine angepasste Köderführung.
Farbwahl von Spoons – wann welche Farbe?
Beim Spoon-Fishing entscheidet die Farbwahl oft mehr als Größe oder Gewicht. Forellen reagieren stark auf Licht, Kontraste und Reizpunkte – und genau hier setzt die richtige Farbstrategie an. Wer Farben gezielt nach Wassertrübung, Lichtverhältnissen, Jahreszeit und Beißverhalten auswählt, steigert seine Fangchancen deutlich.
Grundprinzip: Sichtbarkeit + Reiz
Ein Spoon wirkt über zwei Hauptfaktoren:
- Reflexion (Lichtblitze)
- Kontrast (Silhouette im Wasser)
Je nach Situation muss der Köder entweder natürlich wirken oder bewusst provozieren.
1. Klares Wasser – natürliche und kontrastreiche Farben
In sehr klarem Wasser sehen Forellen den Köder extrem gut. Hier wirken übertriebene Schockfarben oft unnatürlich.
Empfohlene Farben:
- Silber
- Gold
- Kupfer
- Braun
- Schwarz
- Oliv
- Weiß
Warum?
Silber imitiert kleine Beutefische perfekt, vor allem bei Sonnenschein. Gold funktioniert besser bei bedecktem Himmel, da es wärmere Reflexe erzeugt. Dunkle Farben wie Schwarz erzeugen eine klare Silhouette gegen den helleren Himmel – besonders effektiv bei flach stehenden Fischen.
Gerade Schwarz ist ein unterschätzter Geheimtipp: Es reflektiert kaum Licht, bietet aber maximalen Kontrast. Bei misstrauischen Forellen kann das den Unterschied machen.
2. Trübes Wasser – grelle und UV-aktive Farben
Je trüber das Wasser, desto stärker muss der visuelle Reiz sein.
Empfohlene Farben:
- Chartreuse (Neongrün)
- Pink
- Orange
- Gelb
- UV-aktive Kombinationen
- Firetiger-Muster
Hier geht es weniger um Natürlichkeit, sondern um Auffallen. In trübem Wasser sehen Forellen Kontraste schlechter – grelle Farben helfen, den Köder überhaupt wahrzunehmen.
UV-aktive Spoons sind besonders effektiv, da UV-Licht tiefer ins Wasser eindringt als sichtbares Licht. Gerade bei bewölktem Himmel oder leicht milchigem Wasser bringen UV-Pigmente oft zusätzliche Bisse.
3. Sonnenschein vs. bedeckter Himmel
Sonnenschein:
- Silber
- dunkle Farben
- transparente oder dezente Modelle
Zu viel Reflexion kann bei starkem Sonnenlicht abschreckend wirken. Dann sind matte oder dunkle Töne oft besser.
Bedeckter Himmel:
- Gold
- Kupfer
- helle oder UV-Farben
Bei diffusem Licht braucht es mehr Eigenwirkung vom Köder.
4. Kaltes Wasser (Winter) – dezente Reize
Im Winter sind Forellen oft träge. Aggressive Farben funktionieren nicht immer.
Empfehlungen:
- Naturtöne
- Pastellfarben
- Weiß
- leichtes Pink
- dezentes Orange
Hier gilt: weniger ist mehr. Kleine, unauffällige Spoons mit sanfter Aktion bringen häufig mehr Bisse als schrille Modelle.
5. Aktive Fische – Provokation nutzen
Wenn Forellen jagen oder stark eingesetzt wurden, darf es auffälliger sein.
Effektiv bei aktiven Fischen:
- Pink-Schwarz
- Orange-Gelb
- Chartreuse-Schwarz
- zweifarbige Kontrastmodelle
Starke Kontraste lösen oft Reaktionsbisse aus – besonders wenn die Fische territorial reagieren.
6. Druck am Gewässer – anders als die Masse
An stark befischten Anlagen sehen Forellen täglich ähnliche Farben. Dann lohnt es sich:
- auf ungewöhnliche Farbkombinationen zu setzen
- matte statt glänzende Oberflächen zu probieren
- dunkle Modelle zu verwenden, wenn alle grell fischen
- sehr helle Modelle zu nutzen, wenn alle natürlich fischen
Oft ist nicht „die beste“ Farbe entscheidend, sondern die, die gerade niemand anders wirft.
7. Zweifarbige und Punkt-Designs
Spoons mit:
- Kontrastpunkten
- Rücken-/Bauch-Unterschieden
- UV-Punkten
- Glow-Elementen
können zusätzliche Reize setzen. Punkte imitieren Augen oder Beutetiere, Kontrastflächen verstärken die Wahrnehmung beim Taumeln.
Glow-Modelle sind besonders bei:
- Dämmerung
- sehr trübem Wasser
- großer Tiefe
interessant.
Praktische Farbstrategie
Eine bewährte Vorgehensweise am Wasser:
- Mit natürlicher Farbe starten (z. B. Silber oder Gold)
- Bei ausbleibenden Bissen heller oder dunkler wechseln
- Dann in den Schockbereich gehen (Pink/Chartreuse)
- UV oder Kontrastmodelle testen
- Gefundene Farbe konsequent in verschiedenen Tiefen weiterfischen
Oft erkennt man innerhalb weniger Würfe eine klare Tendenz.
Fazit
Die perfekte Spoon-Farbe gibt es nicht – aber die passende zur jeweiligen Situation. Klares Wasser verlangt Natürlichkeit oder Kontrast, trübes Wasser braucht Sichtbarkeit und UV-Reize. Sonne reduziert, Wolken verstärken. Und bei hohem Angeldruck gewinnt oft die ungewöhnliche Wahl.
Wer systematisch testet und die Bedingungen liest, wird feststellen: Farbwahl ist beim Spoon-Fishing kein Zufall – sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Große Spoons – wann sind sie sinnvoll?
Während im Winter oder bei hohem Angeldruck oft kleine Spoons zwischen 1,5 und 3 Gramm dominieren, haben größere Modelle durchaus ihre Berechtigung. Spoons ab etwa 4 bis 7 Gramm kommen besonders dann zum Einsatz, wenn:
- größere Forellen gezielt beangelt werden sollen
- mehr Wurfweite benötigt wird
- Wind herrscht
- die Fische aktiv und jagend unterwegs sind
Große Spoons erzeugen stärkere Druckwellen und fallen im Wasser deutlicher auf. Sie eignen sich gut, um größere Wasserflächen schnell abzusuchen. Vor allem im Frühjahr, wenn die Wassertemperaturen steigen und die Forellen aktiver werden, können größere Modelle aggressiv gefischt sehr erfolgreich sein.
Wichtig ist jedoch, die Ködergröße an die Situation anzupassen. Bei vorsichtigen oder träge stehenden Fischen wirkt ein großer Spoon schnell überdimensioniert.
Wie fischt man Spoons richtig?
Das Entscheidende beim Spoon-Fishing ist die Kontrolle über die Absinkphase und die Geschwindigkeit. Ein Großteil der Bisse erfolgt nicht während des gleichmäßigen Einholens, sondern beim Absinken oder unmittelbar nach einem Spinnstopp.
Eine klassische Führung besteht aus einem langsamen, gleichmäßigen Einkurbeln mit gelegentlichen Stopps. Während des Stopps taumelt der Spoon verführerisch nach unten – genau dieser Moment löst oft den Angriff aus. Wichtig ist dabei, stets leichten Schnurkontakt zu halten, um auch feine Bisse zu spüren.
Im Winter sollte besonders langsam gefischt werden. Wenn man glaubt, bereits langsam genug zu sein, kann man meist noch etwas Tempo herausnehmen. Im Frühjahr oder bei aktiven Fischen darf die Führung durchaus etwas lebhafter sein, etwa mit leichten Rutenzupfern oder kurzen Beschleunigungen.
Auch das systematische Absuchen verschiedener Tiefen ist entscheidend. Nach dem Auswerfen lässt man den Spoon zunächst unterschiedlich lange absinken, um herauszufinden, in welcher Wasserschicht die Forellen stehen. Erst wenn die Tiefe gefunden ist, lohnt es sich, diesen Bereich gezielt weiter zu befischen.
Fazit
Spoon-Fishing ist eine feine, flexible und äußerst effektive Methode auf Forellen. Die richtige Farbwahl – angepasst an Wassertrübung, Lichtverhältnisse und Fischaktivität – kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Kleine Modelle punkten bei vorsichtigen Fischen und kaltem Wasser, größere Spoons bei aktiven Forellen oder auf Distanz. Wer seine Köder langsam, kontrolliert und mit bewusst eingesetzten Absinkphasen führt, wird schnell feststellen, warum der Spoon zu den erfolgreichsten Forellenködern überhaupt zählt