100 Forellenarten aus aller Welt

Gattung Salmo (Atlantische Forellen & Verwandte)

  1. Bachforelle (Salmo trutta fario)
  2. Seeforelle (Salmo trutta lacustris)
  3. Meerforelle (Salmo trutta trutta)
  4. Marmorataforelle (Salmo marmoratus)
  5. Ohridforelle (Salmo letnica)
  6. Adriatische Forelle (Salmo obtusirostris)
  7. Dentex-Forelle (Salmo dentex)
  8. Anatolische Forelle (Salmo platycephalus)
  9. Taurusforelle (Salmo macrostigma)
  10. Kaspische Forelle (Salmo caspius)
  11. Schwarzmeerforelle (Salmo labrax)
  12. Abantforelle (Salmo abanticus)
  13. Fibreno-Forelle (Salmo fibreni)
  14. Ischchan-Forelle (Salmo ischchan)
  15. Aralforelle (Salmo aralensis)
  16. Iberische Forelle (Salmo ibericus)
  17. Duero-Forelle (Salmo duriensis)
  18. Tajo-Forelle (Salmo tajoensis)
  19. Balkanforelle (Salmo balcanicus)
  20. Cavedano-Forelle (Salmo cenerinus)

Gattung Oncorhynchus (Pazifische Forellen & Lachse)

  1. Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss)
  2. Steelhead (Meerform von O. mykiss)
  3. Cutthroat-Forelle (Oncorhynchus clarkii)
  4. Küsten-Cutthroat
  5. Yellowstone-Cutthroat
  6. Lahontan-Cutthroat
  7. Bonneville-Cutthroat
  8. Westslope-Cutthroat
  9. Rio-Grande-Cutthroat
  10. Apache-Forelle (Oncorhynchus apache)
  11. Gila-Forelle (Oncorhynchus gilae)
  12. Goldforelle (Oncorhynchus aguabonita)
  13. Little-Kern-Goldforelle
  14. Kern-River-Forelle
  15. Kamtschatka-Forelle
  16. Biwa-Forelle (Oncorhynchus masou rhodurus)
  17. Amago-Forelle (Oncorhynchus masou ishikawae)
  18. Masu-Forelle (Oncorhynchus masou)
  19. Taiwan-Forelle (Oncorhynchus formosanus)
  20. Sakhalin-Forelle

Gattung Salvelinus (Saiblinge, oft „Forellen“ genannt)

  1. Bachsaibling (Salvelinus fontinalis)
  2. Seesaibling (Salvelinus alpinus)
  3. Amerikanischer Seesaibling
  4. Kanadischer Seesaibling
  5. Namaycush (Lake Trout) (Salvelinus namaycush)
  6. Dolly-Varden-Saibling (Salvelinus malma)
  7. Bull-Trout (Salvelinus confluentus)
  8. Aurora-Forelle (Salvelinus timagamiensis)
  9. Japanischer Saibling
  10. Taranetz-Saibling
  11. Elgygytgyn-Saibling
  12. Long-Fin-Char
  13. Arctic-Char
  14. Alpine-Char
  15. Polar-Saibling
  16. Tigerforelle (Hybrid aus Bachforelle × Bachsaibling)
  17. Splake (Hybrid aus Seesaibling × Namaycush)
  18. Brook Trout (engl. Bachsaibling)
  19. Silver Char
  20. Sunapee Trout

Weitere regionale / anerkannte Forellenformen weltweit

  1. Mexikanische Forelle (Oncorhynchus chrysogaster)
  2. Nelson-Forelle
  3. Mexican Golden Trout
  4. Black-Spotted Trout
  5. Somali-Forelle
  6. Atlas-Forelle (Salmo pellegrini)
  7. Lac de Garda-Marmorata
  8. Douro-Forelle
  9. Ebro-Forelle
  10. Pyrenäen-Forelle
  11. Korsische Forelle
  12. Sardische Forelle
  13. Sizilianische Forelle
  14. Libanon-Forelle
  15. Euphrat-Forelle
  16. Tigris-Forelle
  17. Alboran-Forelle
  18. Rhone-Forelle
  19. Donau-Forelle
  20. Alpen-Seeforelle
  21. Bodensee-Seeforelle
  22. Genfersee-Seeforelle
  23. Achensee-Seeforelle
  24. Attersee-Seeforelle
  25. Traunsee-Seeforelle
  26. Millstättersee-Forelle
  27. Skadar-Forelle
  28. Prespa-Forelle
  29. Ohrid-Seeforelle
  30. Caspian Brown Trout
  31. Mediterranean Brown Trout
  32. North African Trout
  33. Chinese Trout
  34. Korean Trout
  35. Himalayan Trout
  36. Tibetan Trout
  37. Balkan-Marmorata
  38. Adriatic-Marmorata
  39. Danube-Salmon-Trout
  40. European Brown Trout (Gesamtart Salmo trutta)

Hinweis:
Viele „Forellenarten“ sind wissenschaftlich Unterarten, Lokalformen oder genetisch eigenständige Populationen. Besonders bei der Bachforelle (Salmo trutta) gibt es zahlreiche regionale Varianten.

Die Gardaseeforelle

Die Gardaseeforelle gilt als eine der faszinierendsten Salmoniden im Alpenraum. Sie ist eng mit der Seeforelle verwandt, hat sich jedoch über lange Zeit an die besonderen Bedingungen des Gardasees angepasst. Ihr elegantes Erscheinungsbild, ihre enorme Kraft und ihr sensibles Verhalten machen sie zu einem begehrten Zielfisch – aber auch zu einer echten Herausforderung.

Herkunft und Besonderheit

Die sogenannte Gardaseeforelle ist eine lokal angepasste Form der Seeforelle im Gardasee. Historisch wird sie oft mit der mediterranen Forellenform Salmo trutta carpio in Verbindung gebracht, einer endemischen Population des Sees. Aufgrund von Besatzmaßnahmen und ökologischen Veränderungen ist die genetische Situation heute komplex, dennoch steht der Name „Gardaseeforelle“ weiterhin für die typischen, silbrig glänzenden Seeforellen dieses Gewässers.

Charakteristisch sind:

  • silbriger Körper mit wenigen dunklen Punkten
  • kräftiger, torpedoförmiger Bau
  • harte, ausdauernde Fluchten
  • hohe Sensibilität gegenüber Umweltveränderungen

Lebensweise im See

Der Gardasee ist tief, klar und nährstoffarm. Diese Bedingungen prägen das Verhalten der Forellen stark. Die Fische halten sich die meiste Zeit im Freiwasser auf und folgen Beutefischen wie Renken (Felchen) oder kleineren Weißfischen.

Tiefenverhalten

  • Im Frühjahr und Herbst sind Gardaseeforellen häufig in mittleren Tiefen unterwegs.
  • Im Sommer ziehen sie sich in tiefere, kühlere Wasserschichten zurück.
  • Im Winter können sie sowohl tief als auch überraschend oberflächennah auftreten, je nach Nahrungsangebot.

Die Laichzeit findet typischerweise im Spätherbst statt. Wie andere Seeforellen steigen sie in geeignete Zuflüsse auf oder nutzen kiesige Uferbereiche.

Verhalten und Nahrung

Gardaseeforellen sind ausgeprägte Sichtjäger. In dem klaren Wasser des Sees spielt Licht eine große Rolle. Sie jagen oft aktiv im Freiwasser und verfolgen Beutefische über längere Strecken.

Typische Nahrung:

  • kleine Renken
  • Jungfische
  • gelegentlich Insekten in Ufernähe
  • Krebstiere

Gerade größere Exemplare sind oft Einzelgänger und ziehen weiträumig umher.

Fangtechniken

Das Angeln auf Gardaseeforellen erfordert Anpassung an Tiefe, Jahreszeit und Fischstandorte.

Schleppfischen (Trolling)

Eine der effektivsten Methoden ist das Schleppfischen vom Boot aus. Dabei werden Wobbler, schlanke Blinker oder spezielle Tiefseerigs in unterschiedlichen Tiefen angeboten. Wichtig ist es, verschiedene Ebenen systematisch abzusuchen.

Langsame, gleichmäßige Geschwindigkeit ist entscheidend, da die Forellen häufig im Freiwasser patrouillieren.

Spinnfischen vom Ufer

In bestimmten Jahreszeiten – vor allem im Frühjahr und Herbst – können Gardaseeforellen ufernah auftreten. Dann ist aktives Spinnfischen mit schlanken Blinkern oder naturfarbenen Wobblern erfolgversprechend.

Wichtig ist:

  • weite Würfe
  • natürliche Köderführung
  • Anpassung an Lichtverhältnisse

In klarem Wasser sind unauffällige, silbrige oder leicht bläuliche Dekore meist erfolgreicher als grelle Farben.

Tiefenorientiertes Angeln

Da sich die Fische oft in größeren Tiefen aufhalten, spielt die exakte Tiefenkontrolle eine zentrale Rolle. Moderne Techniken mit Tiefenbleien oder Downriggern kommen häufig zum Einsatz, besonders vom Boot aus.

Herausforderung und Schutz

Die Gardaseeforelle ist nicht nur sportlich interessant, sondern auch ökologisch sensibel. Bestände schwanken stark und unterliegen Schutzmaßnahmen. Nachhaltiges Angeln, das Einhalten von Schonzeiten und Mindestmaßen sowie maßvolle Entnahme sind besonders wichtig.

Viele Angler praktizieren gezieltes Catch & Release bei großen Exemplaren, um den Bestand zu schonen.

Fazit

Die Gardaseeforelle vereint Kraft, Eleganz und Anspruch. Ihr Leben im klaren, tiefen Gardasee macht sie zu einer Spezialistin des Freiwassers. Wer sie erfolgreich befischen möchte, muss mobil bleiben, Tiefen verstehen und Köder natürlich präsentieren. Gerade diese Kombination aus Herausforderung und landschaftlicher Kulisse macht das Angeln auf sie zu einem besonderen Erlebnis im Alpenraum.

Die Seeforelle

Die Seeforelle gehört zu den beeindruckendsten Salmoniden Europas. Sie ist keine eigene Art, sondern eine Lebensform der Bachforelle, die anstelle eines reinen Flusslebens große Seen als Hauptlebensraum nutzt. Dort wächst sie deutlich schneller heran, erreicht beachtliche Größen und entwickelt eine enorme Kraft. Das Angeln auf Seeforelle gilt deshalb als Königsdisziplin – anspruchsvoll, aber unglaublich reizvoll.

Lebensweise der Seeforelle

Seeforellen leben den Großteil ihres Lebens im See. Anders als stationäre Bachforellen nutzen sie das offene Wasser, tiefe Becken und strukturreiche Uferzonen als Jagdgebiet. Ihre Hauptnahrung besteht aus kleinen Fischen wie Renken, Elritzen oder Barschen. Je größer die Seeforelle wird, desto stärker stellt sie ihre Ernährung auf Fisch um.

Typisch ist ihr ausgeprägtes Wanderverhalten. Zur Laichzeit – meist im Herbst – steigen Seeforellen in ihre Geburtsflüsse oder geeignete Zuflüsse auf, um dort zu laichen. Nach dem Ablaichen wandern sie wieder zurück in den See. Dieses Wanderverhalten beeinflusst auch die Fangchancen, denn in bestimmten Zeiten halten sich die Fische verstärkt in Ufernähe oder in Flussmündungen auf.

Im See selbst sind Seeforellen häufig pelagisch unterwegs, also im Freiwasser. Sie folgen Beutefischschwärmen und legen teils große Strecken zurück. Gleichzeitig nutzen sie Kanten, Unterwasserberge, Steilabbrüche oder Übergänge von flach zu tief als Jagdrevier. Besonders aktive Phasen zeigen sie in der Dämmerung oder bei leicht bewegter Wasseroberfläche.

Besonderheiten beim Angeln auf Seeforelle

Das gezielte Angeln auf Seeforelle unterscheidet sich deutlich vom klassischen Forellenangeln am Bach oder Forellensee. Die Fische sind oft weitläufig unterwegs, stehen nicht zwingend ufernah und reagieren sensibel auf Störungen. Geduld, Gewässerkenntnis und Ausdauer sind entscheidend.

Ein wichtiger Faktor ist die Tiefe. Seeforellen können sich je nach Jahreszeit und Wassertemperatur in ganz unterschiedlichen Wasserschichten aufhalten. Im Frühjahr und Herbst jagen sie häufig im Mittelwasser oder sogar nahe der Oberfläche. Im Sommer ziehen sie sich oft in tiefere, kühlere Zonen zurück.

Wind spielt eine große Rolle. Leichter Wind erzeugt eine Kräuselung der Oberfläche, was den Fischen Sicherheit gibt. Gleichzeitig werden Beutefische verdriftet, was Jagdsituationen begünstigt. Glattes, spiegelndes Wasser hingegen macht Seeforellen oft vorsichtig.

Fangtechniken

Spinnfischen vom Ufer

Das Spinnfischen ist eine der beliebtesten Methoden. Besonders im Frühjahr oder zur Zeit des Auf- und Abstiegs in Flussnähe lassen sich Seeforellen vom Ufer aus fangen. Blinker, Wobbler oder größere Spoons, die Beutefische imitieren, sind typische Köder. Wichtig ist eine variable Führung mit Tempowechseln und Spinnstopps.

Weite Würfe sind oft entscheidend, da die Fische häufig außerhalb der Wurfweite normaler Forellenruten stehen. Kantenbereiche, Einläufe oder Unterwasserstrukturen sind vielversprechende Spots.

Schleppfischen vom Boot

Das Schleppfischen ist im großen See eine sehr effektive Methode. Dabei werden Wobbler oder spezielle Schleppköder in unterschiedlichen Tiefen hinter dem Boot geführt. So lassen sich große Wasserflächen systematisch absuchen. Besonders in den Sommermonaten, wenn Seeforellen tiefer stehen, ist diese Methode erfolgreich.

Vertikal- und Tiefenfischen

In tiefen Seen kann auch das gezielte Befischen bestimmter Tiefenzonen sinnvoll sein. Mit schweren Ködern oder speziellen Montagen lassen sich Bereiche unterhalb der Sprungschicht erreichen, in denen sich die Fische bei hohen Temperaturen aufhalten.

Fliegenfischen

In bestimmten Phasen, besonders bei Oberflächenaktivität oder in Flussmündungen, kann auch das Fliegenfischen erfolgreich sein. Streamer, die kleine Beutefische imitieren, sind dabei die erste Wahl.

Das nötige Equipment

Da Seeforellen groß und kampfstark werden können, sollte das Gerät robust, aber dennoch sensibel sein.

Rute:

Für das Spinnfischen eignen sich Ruten zwischen etwa 2,40 m und 3,00 m mit mittlerem bis höherem Wurfgewicht. Sie sollten genügend Rückgrat besitzen, um weite Würfe zu ermöglichen und kraftvolle Fluchten abzufangen.

Rolle:

Eine zuverlässige Stationärrolle mit sauber arbeitender Bremse ist unerlässlich. Die Bremse muss ruckfrei Schnur freigeben, da Seeforellen explosive Fluchten hinlegen können.

Schnur:

Geflochtene Schnüre bieten direkten Kontakt und hohe Tragkraft bei geringem Durchmesser. Ein Fluorocarbon-Vorfach sorgt für Unauffälligkeit im klaren Wasser.

Köder:

Fischimitierende Wobbler, schlanke Blinker und größere Spoons gehören zur Grundausstattung. Natürliche Farben funktionieren bei klarem Wasser oft besser, während bei trüberen Bedingungen auch auffälligere Varianten erfolgreich sein können.

Kescher:

Ein großer, gummierter Kescher ist Pflicht, da Seeforellen oft kapitale Maße erreichen und im Drill bis zum Schluss kämpfen.

Fazit

Das Angeln auf Seeforelle ist eine Kombination aus Wissen, Ausdauer und Technik. Die Fische leben im offenen Wasser, folgen Beutefischen und reagieren stark auf Jahreszeit, Temperatur und Lichtverhältnisse. Erfolgreich ist, wer flexibel bleibt, große Bereiche absucht und sein Equipment auf weite Würfe und kräftige Drills auslegt.

Wer einmal erlebt hat, wie eine große Seeforelle nach einem harten Biss in die Tiefe schießt und Meter um Meter Schnur von der Rolle zieht, versteht schnell, warum dieser Fisch für viele Angler etwas ganz Besonderes ist.