Die Zucht von Würmern zum Angeln

Die eigene Zucht von Würmern zum Angeln ist eine lohnende und zugleich unkomplizierte Möglichkeit, jederzeit frische Köder zur Verfügung zu haben. Gerade für Forellenangler, aber auch für Friedfisch- oder Aalangler, sind Würmer ein absoluter Klassiker – und selbst gezüchtet spart man nicht nur Geld, sondern kann Qualität und Verfügbarkeit selbst steuern.

Welche Würmer eignen sich zur Zucht?
Nicht jeder Wurm ist gleich gut geeignet. Besonders bewährt haben sich:

  • Kompostwürmer (z. B. Dendrobena oder Mistwürmer): sehr robust, leicht zu züchten
  • Tauwürmer: größer, aber deutlich schwieriger in der Haltung
  • Rotwürmer: ideal für kleinere Haken und feine Angelei

Für Einsteiger sind Kompostwürmer klar die beste Wahl, da sie sich schnell vermehren und wenig anspruchsvoll sind.

Grundprinzip der Wurmzucht
Würmer benötigen vor allem drei Dinge:

  1. Feuchtigkeit
  2. Nahrung (organisches Material)
  3. Dunkelheit und Ruhe

Die Zucht erfolgt meist in einer sogenannten Wurmkiste oder Wurmfarm. Das kann ein spezieller Behälter aus dem Fachhandel sein oder einfach eine selbstgebaute Kiste aus Kunststoff oder Holz.

Das richtige Equipment
Für den Start brauchst du:

  • Eine Kiste oder Box (mit Luftlöchern)
  • Substrat (z. B. Erde, Kokosfasern oder Kompost)
  • Startpopulation an Würmern
  • Deckel (lichtdicht, aber luftdurchlässig)
  • Auffangschale für überschüssige Flüssigkeit (optional)

Wichtig ist, dass die Kiste gut belüftet ist, aber nicht austrocknet.

Einrichtung der Wurmkiste
Zuerst wird die Kiste mit einem lockeren, feuchten Substrat gefüllt. Dieses sollte etwa die Konsistenz eines ausgedrückten Schwamms haben – also feucht, aber nicht nass. Anschließend werden die Würmer eingesetzt und können sich eingewöhnen.

Fütterung
Würmer ernähren sich von organischen Abfällen. Geeignet sind:

  • Obst- und Gemüsereste
  • Kaffeesatz
  • Teebeutel
  • Zerkleinertes Papier oder Karton

Nicht geeignet sind:

  • Fleisch oder Fisch
  • stark gewürzte Speisen
  • Zitrusfrüchte in großen Mengen

Die Nahrung sollte regelmäßig, aber in kleinen Mengen gegeben werden, damit nichts fault.

Pflege und Wartung
Eine funktionierende Wurmzucht braucht wenig Aufwand, aber etwas Aufmerksamkeit:

  • Feuchtigkeit regelmäßig prüfen
  • Substrat gelegentlich auflockern
  • Futterreste kontrollieren
  • Gerüche vermeiden (Hinweis auf falsche Pflege)

Die ideale Temperatur liegt zwischen etwa 10 und 25 °C. Extreme Hitze oder Frost sollten vermieden werden.

Vermehrung der Würmer
Unter guten Bedingungen vermehren sich Würmer sehr schnell. Sie legen Kokons ab, aus denen nach einiger Zeit Jungwürmer schlüpfen. So wächst die Population stetig – und man hat immer genug Köder zur Verfügung.

Ernte für den Angelbedarf
Zum Angeln können die Würmer einfach aus der Kiste entnommen werden. Es empfiehlt sich, sie vorher kurz in sauberer Erde oder feuchtem Moos zu lagern, damit sie „sauber“ sind. So halten sie sich auch besser in der Köderbox.

Vorteile der eigenen Wurmzucht

  • Immer frische Köder verfügbar
  • Kostengünstig auf Dauer
  • Umweltfreundlich durch Verwertung von Küchenabfällen
  • Unabhängig von Öffnungszeiten oder Angelgeschäften

Fazit
Die Wurmzucht für das Angeln ist einfach umzusetzen und bietet viele Vorteile. Mit wenig Equipment und etwas Grundwissen lässt sich eine stabile Population aufbauen, die dauerhaft Köder liefert. Gerade für Angler, die regelmäßig ans Wasser gehen, ist das eine praktische und nachhaltige Lösung.

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