Das Hochgebirgsangeln ab etwa 1.500 Metern Höhe gehört zu den eindrucksvollsten Formen des Angelns in Deutschland. In diesen Höhenlagen befinden sich zahlreiche klare Bergseen, die oft nur über Wanderwege erreichbar sind. Wer den Aufstieg auf sich nimmt, wird mit einer einzigartigen Kombination aus alpiner Landschaft, kristallklarem Wasser und spannenden Salmonidenfängen belohnt. Besonders in den bayerischen Alpen gibt es mehrere Gewässer, in denen Bachforellen oder Seesaiblinge vorkommen und die teilweise auch für Angler zugänglich sind.
Besonderheiten von Hochgebirgsseen
Bergseen oberhalb von etwa 1.500 Metern sind meist kalt, sehr klar und nährstoffarm. Dadurch wachsen die Fische langsamer, sind aber oft besonders kräftig und gesund. Viele dieser Gewässer frieren im Winter komplett zu und sind erst ab späten Frühjahr oder Frühsommer eisfrei.
Die Angelsaison beginnt daher häufig erst im Juni und dauert je nach Lage bis in den Herbst. Durch die kurze Vegetationsperiode sind die Fische im Sommer besonders aktiv, da sie in dieser Zeit möglichst viel Nahrung aufnehmen müssen.
Typische Fischarten in diesen Gewässern sind:
- Bachforelle
- Seesaibling
- teilweise Regenbogenforelle
Viele Bergseen werden von regionalen Fischereivereinen gepflegt oder gelegentlich mit Jungfischen besetzt.
Bekannte Hochgebirgsseen und Reviere in Deutschland
Ein besonders bekanntes Hochgebirgsgewässer ist der Schrecksee, der auf etwa 1.813 Metern Höhe liegt. Er zählt zu den schönsten Bergseen Deutschlands und beherbergt unter anderem Saiblinge. Der See ist nur über eine längere Wanderung erreichbar, was ihn für Angler besonders reizvoll macht.
Ebenfalls im Allgäu befindet sich der Vilsalpsee auf rund 1.165 Metern Höhe. Obwohl er etwas unter der 1.500-Meter-Marke liegt, gilt er als klassisches alpines Forellenrevier und wird von vielen Anglern besucht.
Ein weiterer interessanter Bergsee ist der Drachensee, der auf etwa 1.910 Metern Höhe liegt. In diesem Hochgebirgssee leben unter anderem Saiblinge. Die Umgebung gehört zu den spektakulärsten Berglandschaften der deutschen Alpen.
Im Bereich der Zugspitze liegt außerdem der Seebensee, der sich knapp über der deutschen Grenze befindet und ebenfalls auf etwa 1.657 Metern Höhe liegt. Auch hier gibt es gute Salmonidenbestände.
Ein weiteres bekanntes Gewässer ist der Funtensee auf etwa 1.601 Metern Höhe. Der See ist vor allem durch extreme Temperaturrekorde bekannt, beherbergt aber auch alpine Fischbestände.
Darüber hinaus existieren in den Allgäuer Alpen, im Gebiet der Ammergauer Alpen sowie rund um den Nationalpark Berchtesgaden zahlreiche kleinere Hochgebirgsseen, die teilweise befischt werden können. Viele dieser Gewässer sind relativ unbekannt und werden nur von wenigen Anglern besucht.
Angelkarten und Anlaufstellen
Für fast alle Bergseen in Deutschland benötigt man eine Angelkarte für das jeweilige Revier. Diese werden meist ausgegeben durch:
- örtliche Fischereivereine
- Tourismusbüros der Region
- Angelgeschäfte im Tal
- teilweise auch durch Almhütten oder Berghütten
Da viele Hochgebirgsseen abgelegen liegen, empfiehlt es sich, die Angelkarten bereits im Tal zu besorgen, bevor man zur Wanderung aufbricht.
Angelmethoden im Hochgebirge
Die klaren Gewässer und vorsichtigen Fische erfordern meist relativ feine Methoden. Häufig erfolgreich sind:
- Spinnfischen mit kleinen Blinkern oder Spoons
- Fliegenfischen mit Trockenfliegen oder Nymphen
- gelegentlich Naturköder wie Würmer
Gerade in Bergseen stehen die Fische oft in Ufernähe oder in Bereichen mit etwas Struktur.
Fazit
Deutschland besitzt zwar weniger Hochgebirgsseen als Länder wie Österreich oder die Schweiz, doch besonders in den bayerischen Alpen gibt es einige spektakuläre Gewässer oberhalb von 1.500 Metern. Seen wie der Schrecksee, Drachensee oder Funtensee bieten nicht nur interessante Angelmöglichkeiten auf Forellen und Saiblinge, sondern auch ein außergewöhnliches Naturerlebnis.
Wer bereit ist, den teilweise anspruchsvollen Aufstieg in diese Höhenlagen auf sich zu nehmen, wird mit ruhigen Gewässern, beeindruckenden Berglandschaften und oft sehr kampfstarken Fischen belohnt.