Die Bombarde – Sbirolino

Die Lombarde – häufig auch als Bombarde oder Sbirolino bezeichnet – ist eines der vielseitigsten Hilfsmittel beim modernen Forellenangeln. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, insbesondere aus Italien, stammend, wurde sie vor allem durch das sogenannte „Trout Area“-Angeln populär und hat sich mittlerweile in ganz Europa fest etabliert.

Herkunft und Entwicklung
Die Lombarde wurde entwickelt, um extrem leichte Köder wie Fliegen, Maden oder kleinen Teig auf große Distanzen werfen zu können. Besonders an klaren Seen, in denen die Fische weit draußen stehen, war dies ein entscheidender Vorteil. Der Begriff „Bombarda“ kommt aus dem Italienischen und beschreibt sinngemäß ein Wurfgewicht oder „Geschoss“, das den Köder hinausträgt.

Aufbau und Material
Lombarden bestehen in der Regel aus einem länglichen, aerodynamischen Körper aus Kunststoff oder transparentem Material. Viele Modelle sind hohl oder teilweise mit Wasser oder speziellen Gewichten gefüllt. Hochwertige Varianten besitzen ein exakt austariertes Innenleben, das für stabile Flugeigenschaften und ein kontrolliertes Sinkverhalten sorgt.

Typische Materialien sind:

  • Klarer Kunststoff (für unauffällige Präsentation)
  • Milchiger oder farbiger Kunststoff (für bessere Sichtbarkeit)
  • Innengewichte aus Metall oder verdichtetem Kunststoff

Ein wichtiges Detail ist die Schnurführung im Inneren: Die Hauptschnur läuft durch die Lombarde hindurch, wodurch sie frei gleiten kann (Laufmontage). Das sorgt für weniger Widerstand beim Biss und eine bessere Bisserkennung.

Arten von Lombarden
Der größte Unterschied liegt im Sinkverhalten. Hier gibt es zahlreiche Abstufungen:

  • Schwimmende Lombarden: Bleiben an der Oberfläche und eignen sich für das Fischen mit schwimmenden Ködern oder Fliegen.
  • Langsam sinkende Modelle: Ideal für mittlere Wasserschichten und vorsichtige Köderführung.
  • Schnell sinkende Lombarden: Für tief stehende Forellen, besonders im Sommer oder Winter.
  • Super-slow / intermediate: Sehr feine Abstufungen, die nur minimal sinken und extrem präzises Fischen erlauben.

Viele Modelle sind zusätzlich mit Angaben wie „g“ (Gewicht) und „sink rate“ (Sinkgeschwindigkeit) gekennzeichnet, z. B. „floating“, „slow sinking“ oder „fast sinking“.

Einsatzmöglichkeiten
Die Lombarde ermöglicht es, nahezu jede Wasserschicht gezielt zu befischen. Das ist ihr größter Vorteil. Während klassische Montagen oft nur eine Zone abdecken, kann man mit der Lombarde flexibel reagieren:

  • Oberflächenfischerei mit schwimmenden Modellen
  • Schleppen im Mittelwasser
  • Grundnahes Fischen mit schnell sinkenden Varianten

Sie eignet sich sowohl für stehende Gewässer wie Seen und Weiher als auch – eingeschränkt – für langsam fließende Gewässer.

Köder in Kombination mit Lombarden
Ein entscheidender Punkt ist die Kombination mit leichten Ködern. Besonders bewährt haben sich:

  • Forellenteig (auftreibend oder sinkend)
  • Bienenmaden und Maden
  • Kleine Gummiköder
  • Fliegen (sehr beliebt in Kombination mit langen Vorfächern)

Durch die Lombarde kann selbst eine einzelne Made mehrere Dutzend Meter weit geworfen werden.

Besonderheiten und Feinheiten
Ein zentrales Element beim Lombardenangeln ist die Vorfachlänge. Diese liegt oft zwischen 1,5 und 4 Metern. Je länger das Vorfach, desto natürlicher wirkt der Köder – allerdings steigt auch die Schwierigkeit beim Werfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Köderführung. Die Lombarde selbst erzeugt kaum Eigenaktion, daher kommt es auf die Bewegung des Köders an:

  • Gleichmäßiges Einholen für ruhige Präsentation
  • Zupfen für lebendiges Spiel
  • Spinnstopps für zusätzliche Reize

Auch die Transparenz spielt eine Rolle. Klare Lombarden sind in stark befischten Gewässern oft erfolgreicher, da sie weniger auffallen. Farbige Modelle können hingegen bei schlechter Sicht Vorteile bieten.

Gewicht und Balance
Lombarden gibt es in unterschiedlichen Gewichten, meist zwischen 5 und 30 Gramm. Das Gewicht beeinflusst nicht nur die Wurfweite, sondern auch die Lauftiefe und Stabilität im Wasser. Eine gut austarierte Lombarde fliegt stabil, überschlägt sich nicht und sorgt für eine saubere Präsentation.

Unterschied Lombarde – Sbirolino
Im Alltag werden die Begriffe oft gleich verwendet. Technisch gesehen ist „Sbirolino“ eine spezifische Bauform der Lombarde, meist etwas schlanker und für besonders feine Präsentationen gedacht. In der Praxis gibt es jedoch viele Überschneidungen.

Fazit
Die Lombarde ist ein hochentwickeltes Werkzeug für das moderne Forellenangeln. Sie verbindet große Wurfweiten mit einer extrem feinen und natürlichen Köderpräsentation. Durch die Vielzahl an Varianten, Gewichten und Sinkstufen lässt sie sich perfekt an jede Situation anpassen. Wer ihre Eigenschaften versteht und gezielt einsetzt, erschließt sich völlig neue Möglichkeiten am Wasser – oft genau dort, wo andere Methoden an ihre Grenzen stoßen

Einsatz der Bombarderute

Die Bombardenrute – oft auch im Zusammenhang mit der Bombarde oder dem Sbirolino erwähnt – ist aus dem modernen Forellenangeln kaum noch wegzudenken. Sie ermöglicht es, selbst leichte Köder auf große Distanz zu bringen und dabei äußerst flexibel in verschiedenen Tiefen zu fischen. Gerade an größeren Seen oder stark befischten Anlagen ist sie ein entscheidender Vorteil.

Was ist eine Bombardenrute?
Bombardenruten sind speziell auf das Angeln mit Bombarden (auch „Lombarden“ genannt) abgestimmt. Sie sind in der Regel länger als klassische Spinnruten (meist 3,30 m bis 4,20 m) und besitzen eine weiche, parabolische Aktion. Diese sorgt dafür, dass auch feine Vorfächer und leichte Köder sicher geworfen und im Drill abgefedert werden können.

Die richtige Bombarde (Lombarde)
Bombarden gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich in ihrem Sinkverhalten unterscheiden:

  • Schwimmend: für Oberflächenfischerei
  • Langsam sinkend: für mittlere Wasserschichten
  • Schnell sinkend: für tiefere Bereiche

Die Wahl hängt stark von der Jahreszeit und dem Standplatz der Forellen ab. Im Sommer stehen sie oft tiefer, während sie im Frühjahr oder Herbst auch oberflächennah unterwegs sind.

Was ist zu beachten?
Ein entscheidender Punkt ist die Vorfachlänge. Beim Bombardenangeln werden oft sehr lange Vorfächer (1,5 m bis über 3 m) verwendet. Diese sorgen für eine natürliche Köderpräsentation und halten Abstand zur Bombarde, die sonst abschreckend wirken könnte.

Außerdem sollte auf feine Schnüre und kleine Haken geachtet werden, da Forellen – besonders in klarem Wasser – sehr vorsichtig sein können. Auch das richtige Wurfverhalten ist wichtig: Durch die Länge der Rute und das Gewicht der Bombarde sind ruhige, gleichmäßige Würfe entscheidend, um Verwicklungen zu vermeiden.

Köderführung – der Schlüssel zum Erfolg
Die Führung des Köders ist beim Bombardenangeln entscheidend. Anders als beim klassischen Spinnfischen geht es hier oft um eine gleichmäßige, ruhige Bewegung.

  • Langsames Einholen: besonders bei kaltem Wasser oder trägen Fischen
  • Mittlere Geschwindigkeit: Standardführung, oft sehr erfolgreich
  • Schnelles Einholen: kann aggressive Reaktionen auslösen, vor allem bei aktiven Forellen

Zusätzlich kann man mit Spinnstopps arbeiten – also kurze Pausen beim Einholen. Dabei sinkt der Köder leicht ab oder verharrt im Wasser, was oft Bisse provoziert.

Sehr effektiv ist auch eine leicht zitternde Führung über die Rutenspitze. Dadurch bekommt der Köder ein lebendiges Spiel, ohne dass er zu schnell durch das Wasser gezogen wird.

Geeignete Köder
Beim Bombardenangeln kommen sowohl Natur- als auch Kunstköder zum Einsatz:

  • Forellenteig (schwimmend oder auftreibend)
  • Bienenmaden oder Maden
  • Kleine Gummiköder
  • Fliegen (Trocken- oder Nassfliegen)

Besonders beliebt ist die Kombination aus auftreibendem Köder und langsam sinkender Bombarde, da der Köder so lange im Sichtfeld der Forelle bleibt.

Einholgeschwindigkeiten richtig einschätzen
Die richtige Geschwindigkeit hängt von mehreren Faktoren ab: Wassertemperatur, Aktivität der Fische und Köderart.

  • Im Winter: sehr langsam, teilweise nur leichtes Zupfen
  • Im Frühjahr/Herbst: variabel, oft mittlere Geschwindigkeit
  • Im Sommer: auch schneller möglich, um Reize zu setzen

Wichtig ist, flexibel zu bleiben und verschiedene Geschwindigkeiten auszuprobieren, bis man die richtige findet.

Fazit
Das Angeln mit der Bombardenrute ist eine äußerst vielseitige und effektive Methode auf Forellen. Durch die Kombination aus großer Wurfweite, feiner Köderpräsentation und variabler Führung lässt sich nahezu jede Wasserschicht gezielt befischen. Wer die richtige Bombarde wählt, sauber montiert und mit Gefühl führt, hat beste Chancen auf erfolgreiche Angeltage.

Angelschnüre

Beim Forellenangeln ist die Wahl der richtigen Schnur ein oft unterschätzter, aber entscheidender Faktor. Gerade bei sensiblen Fischarten wie der Regenbogenforelle und der Bachforelle kann die falsche Schnur über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Neben Eigenschaften wie Dehnung, Sichtbarkeit und Tragkraft spielen auch Wassertemperatur und Vereisung eine wichtige Rolle, insbesondere beim Winterangeln.

Monofile Schnur

Die monofile Schnur ist der Klassiker unter den Angelschnüren und wird besonders häufig eingesetzt.

Vorteile:
Sie besitzt eine natürliche Dehnung, die Fluchten gut abfedert und das Ausschlitzen verhindert. Zudem ist sie unauffälliger im Wasser und einfach zu handhaben.

Nachteile:
Die Bisserkennung ist weniger direkt, und die Schnur kann schneller altern oder verdrallen.

Einfluss von Temperatur und Vereisung:

  • Kaltes Wasser: Monofile Schnur wird etwas steifer, bleibt aber gut fischbar.
  • Vereisung: Sie nimmt weniger Wasser auf als geflochtene Schnur, wodurch sie deutlich weniger anfällig für Eisbildung ist.
  • Warmes Wasser: Wird weicher und dehnt sich stärker, was die Sensibilität reduziert.

Einsatzmöglichkeiten:
Sehr gut geeignet für kalte Bedingungen und Winterangeln, sowie für Posen- und Grundmontagen.


Geflochtene Schnur

Geflochtene Schnur bietet maximale Sensibilität, stellt aber im Winter besondere Anforderungen.

Vorteile:
Nahezu keine Dehnung sorgt für direkte Bisserkennung und optimale Köderkontrolle. Außerdem ermöglicht die dünne Struktur weite Würfe.

Nachteile:
Sie ist sichtbarer im Wasser und verzeiht weniger Fehler im Drill.

Einfluss von Temperatur und Vereisung:

  • Kaltes Wasser: Bleibt zwar geschmeidig, nimmt jedoch Wasser auf.
  • Vereisung: Ein großer Nachteil – die Schnur kann Wasser aufnehmen, das in den Rutenringen gefriert. Dadurch entstehen Eisablagerungen, die Würfe erschweren und sogar die Schnur beschädigen können.
  • Warmes Wasser: Kaum Veränderung der Eigenschaften.

Einsatzmöglichkeiten:
Ideal für aktive Angelmethoden wie Spinnfischen oder Tremarella – jedoch im Winter nur eingeschränkt zu empfehlen.


Fluorocarbon

Fluorocarbon wird meist als Vorfach verwendet und hat spezielle Eigenschaften.

Vorteile:
Nahezu unsichtbar im Wasser, sehr abriebfest und sinkend – ideal für vorsichtige Forellen.

Nachteile:
Steifer und weniger geschmeidig, besonders bei niedrigen Temperaturen.

Einfluss von Temperatur und Vereisung:

  • Kaltes Wasser: Wird deutlich steifer, was die Köderbewegung beeinträchtigen kann.
  • Vereisung: Weniger wasseraufnehmend als Geflecht, daher relativ unempfindlich gegenüber Eisbildung.
  • Warmes Wasser: Etwas flexibler, aber weiterhin fest.

Einsatzmöglichkeiten:
Vor allem als Vorfach in klarem Wasser oder bei scheuen Fischen – ganzjährig sinnvoll.


Temperatur, Vereisung und Praxis

Die Kombination aus Temperatur und Umweltbedingungen hat großen Einfluss auf die Schnurwahl:

  • Unter 5 °C: Hohe Gefahr von Vereisung → monofile Schnur klar im Vorteil
  • 5–10 °C: Vorsicht bei geflochtener Schnur, besonders bei Wind
  • Über 10 °C: Alle Schnurtypen problemlos einsetzbar

Vereisung betrifft nicht nur die Schnur, sondern auch die Rutenringe. Gefrierendes Wasser in den Ringen kann:

  • die Wurfweite stark reduzieren
  • die Schnur beschädigen
  • die Köderführung beeinträchtigen

Tipps gegen Vereisung

  • Monofile Schnur bevorzugen
  • Ringe regelmäßig von Eis befreien
  • Schnur möglichst trocken halten
  • Spezielle Sprays oder Hausmittel (z. B. leichtes Einfetten) können helfen

Fazit

Die Wahl der richtigen Schnur hängt stark von Temperatur und Bedingungen ab. Monofile Schnur ist besonders im Winter und bei Vereisung die sicherste Wahl. Geflochtene Schnur bietet maximale Sensibilität, ist aber bei Frost anfällig für Eisbildung. Fluorocarbon ergänzt beide Systeme optimal als Vorfach. Wer diese Faktoren berücksichtigt, bleibt auch bei schwierigen Bedingungen erfolgreich am Wasser.