Renkenfischen

Die Renke, in vielen Regionen auch FelchenMaräne oder Coregone genannt, gehört zu den interessantesten Fischarten unserer alpinen und voralpinen Seen. Sie zählt zur Familie der Lachsfische und ist eng mit den Forellen und Saiblingen verwandt. Besonders in klaren, tiefen Seen Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz spielt die Renke sowohl für Berufsfischer als auch für Sportangler eine große Rolle. Ihr feines, weißes Fleisch gilt als Delikatesse, gleichzeitig stellt ihr Fang für Angler eine besondere Herausforderung dar.

Lebensweise der Renke

Renken sind ausgesprochene Schwarmfische, die sich meist im Freiwasser größerer Seen aufhalten. Anders als viele andere Fischarten halten sie sich nur selten direkt am Gewässergrund oder in Ufernähe auf. Stattdessen bewegen sie sich häufig im sogenannten Pelagial, also im offenen Wasserbereich des Sees.

Die Hauptnahrung der Renke besteht aus:

  • Zooplankton
  • kleinen Krebsen
  • Insektenlarven
  • Planktonorganismen

Da sich diese Nahrung häufig in bestimmten Wasserschichten konzentriert, wandern auch die Renken ständig auf und ab, um den besten Nahrungsbereich zu finden. Besonders im Sommer stehen sie oft in mittleren oder tieferen Wasserschichten, während sie im Frühjahr oder Herbst auch höher im Wasser anzutreffen sein können.

Viele Seen besitzen eigene Renkenformen, die sich leicht in Größe, Wachstum und Lebensweise unterscheiden.

Fangmethoden für Renken

Die wohl bekannteste und erfolgreichste Angelmethode auf Renken ist das Hegenenfischen. Daneben gibt es aber auch einige andere Techniken, mit denen diese Fische gezielt gefangen werden können.

Hegenenfischen

Die klassische Methode zum Renkenfang ist die sogenannte Hegene. Dabei handelt es sich um eine spezielle Montage mit mehreren kleinen Seitenarmen, an denen künstliche Nymphen befestigt sind. Diese Nymphen imitieren kleine Wasserinsekten oder Planktonorganismen.

Die Montage besteht meist aus:

  • einer Hauptschnur
  • einem Blei am Ende (oft 20–40 Gramm)
  • mehreren kurzen Seitenarmen
  • kleinen Nymphen oder Fliegen

Die Hegene wird vom Boot aus senkrecht ins Wasser gelassen. Anschließend bewegt der Angler die Montage mit feinen Auf- und Abbewegungen, sodass die Nymphen im Wasser spielen. Renken nehmen diese kleinen Köder oft sehr vorsichtig auf.

Entscheidend für den Erfolg ist dabei die richtige Tiefe, denn Renken halten sich häufig nur in bestimmten Wasserschichten auf.

Renkenfischen mit der Hegene vom Ufer

In einigen Seen ist es auch möglich, Renken vom Ufer aus zu fangen. Dabei wird die Hegene mit einem zusätzlichen Wurfgewicht oder einem speziellen Tiroler Hölzl ausgeworfen.

Diese Methode funktioniert besonders gut an:

  • steil abfallenden Uferzonen
  • Hafenbereichen
  • tiefen Uferkanten

Auch hier wird die Montage mit kleinen Bewegungen geführt, um die Nymphen zum Leben zu erwecken.

Felchenfischen mit der Pose

In manchen Gewässern werden Renken auch mit einer Posenmontage gefangen. Dabei wird eine einzelne kleine Nymphe oder ein Naturköder in der richtigen Tiefe angeboten.

Diese Methode wird oft eingesetzt, wenn die Fische relativ hoch im Wasser stehen.

Berufsfischerei mit Netzen

Neben der Angelfischerei spielt die Berufsfischerei eine große Rolle beim Fang von Renken. In vielen großen Seen werden spezielle Stellnetze verwendet, mit denen die Schwärme gezielt befischt werden.

Für Angler ist diese Methode natürlich nicht relevant, zeigt aber, welche wirtschaftliche Bedeutung die Renke in manchen Regionen besitzt.

Schwierigkeit beim Renkenangeln

Das Angeln auf Renken gilt als relativ anspruchsvoll. Die Fische sind oft sehr vorsichtig und reagieren empfindlich auf falsche Köderführung oder zu dicke Schnüre. Zudem kann es schwierig sein, die richtige Tiefe zu finden.

Viele erfolgreiche Renkenangler nutzen daher ein Echolot, um Fischschwärme und die passende Wasserschicht zu lokalisieren.

Geduld und Erfahrung spielen beim Renkenangeln eine große Rolle.

Fazit

Die Renke ist ein faszinierender Fisch der klaren Seen Mitteleuropas. Ihr Leben im Freiwasser und ihre planktonbasierte Ernährung machen sie zu einem besonderen Ziel für spezialisierte Angler. Vor allem das Hegenenfischen vom Boot gilt als die klassische Methode, um diese eleganten Schwarmfische zu überlisten.

Wer sich einmal intensiver mit dem Renkenangeln beschäftigt, entdeckt schnell eine sehr feine und technisch interessante Form des Angelns, bei der Beobachtung, Präzision und Geduld entscheidend sind. Gleichzeitig belohnt der Fang einer schönen Renke den Angler nicht nur mit einem spannenden Erlebnis, sondern auch mit einem hervorragenden Speisefisch.

Tremarella-Fischen auf Forellen

Das Tremarella-Fischen auf Forellen gehört zu den aktivsten und zugleich effektivsten Methoden beim Angeln in Forellenseen. Die Technik stammt ursprünglich aus Italien und hat sich inzwischen auch in vielen anderen Ländern etabliert. Besonders dann, wenn Forellen aktiv im Freiwasser unterwegs sind, kann Tremarella enorme Fangerfolge bringen. Entscheidend sind dabei das richtige Equipment, eine saubere Köderführung und ein gutes Gefühl für die Rute.

Die Grundidee des Tremarella-Fischens

Beim Tremarella-Angeln wird der Köder durch feine, schnelle Zitterbewegungen der Rutenspitze ständig in Bewegung gehalten. Diese Vibrationen übertragen sich über die Schnur und das Blei direkt auf den Köder. Dadurch entsteht ein unregelmäßiges, lebendiges Spiel im Wasser, das für Forellen äußerst reizvoll wirkt.

Gleichzeitig wird der Köder langsam eingeholt. Durch diese Kombination aus Zittern und Einholen sucht man aktiv verschiedene Wasserschichten ab, bis man die Forellen findet.

Das richtige Equipment

Beim Tremarella-Fischen ist speziell abgestimmtes Gerät sehr wichtig.

Die Rute:
Tremarella-Ruten sind meist sehr leicht, lang und besitzen eine besonders feine Spitze. Typische Längen liegen zwischen 3,60 m und 4,20 m. Die weiche Spitze ermöglicht es, die typischen Tremarella-Bewegungen sauber auszuführen und gleichzeitig auch vorsichtige Bisse zu erkennen.

Die Rolle:
Verwendet werden kleine bis mittelgroße Stationärrollen mit einer fein einstellbaren Bremse. Wichtig ist eine saubere Schnurverlegung, da beim Tremarella-Fischen häufig ausgeworfen wird.

Die Schnur:
Meist wird eine dünne monofile Schnur zwischen etwa 0,16 mm und 0,20 mm verwendet. Sie überträgt die Bewegungen der Rutenspitze gut und besitzt gleichzeitig eine gewisse Dehnung, die im Drill hilfreich ist.

Die Tremarella-Montage

Eine typische Tremarella-Montage besteht aus mehreren Komponenten:

  • Hauptschnur
  • Tremarella-Glas oder Tremarella-Blei
  • Gummiperle
  • Wirbel
  • Vorfach (ca. 60–120 cm)
  • kleiner Haken

Das Tremarella-Glas oder Blei sorgt für das Gewicht beim Auswerfen und überträgt gleichzeitig die Vibrationen der Rute auf den Köder.

Als Köder werden häufig Bienenmaden, Forellenteig oder kleine Naturköder verwendet.

Die richtige Köderführung

Die Technik ist der wichtigste Teil beim Tremarella-Fischen.

Nach dem Auswerfen lässt man die Montage zunächst auf die gewünschte Tiefe absinken. Anschließend beginnt man mit der typischen Bewegung der Rutenspitze. Dabei wird die Rute locker in der Hand gehalten und die Spitze schnell und gleichmäßig zitternd bewegt.

Gleichzeitig wird der Köder langsam eingeholt. Wichtig ist ein ruhiger Rhythmus. Die Bewegung sollte weder zu hektisch noch zu stark sein. Es geht darum, feine Vibrationen zu erzeugen.

Während des Einholens kann man immer wieder kurze Pausen einlegen oder die Einholgeschwindigkeit verändern, um unterschiedliche Reize zu setzen.

Bisse erkennen und richtig reagieren

Beim Tremarella-Angeln kommen Bisse oft überraschend. Manchmal spürt man ein deutliches Ziehen, manchmal nur ein leichtes Stoppen der Schnur.

In vielen Fällen haken sich die Forellen selbst, weil sie den Köder während der Bewegung attackieren. Deshalb reicht oft ein leichtes Anheben der Rute, anstatt eines harten Anschlags.

Das richtige Handling

Ein lockerer Umgang mit der Rute ist beim Tremarella-Fischen besonders wichtig. Die Bewegung sollte aus dem Handgelenk kommen und nicht aus dem ganzen Arm.

Je feiner die Bewegung, desto natürlicher wirkt das Spiel des Köders. Mit etwas Übung entwickelt man schnell ein Gefühl für die richtige Intensität.

Fazit

Tremarella ist eine äußerst aktive und spannende Methode, um Forellen zu fangen. Durch das gezielte Absuchen verschiedener Wasserschichten und die lebendige Köderführung lassen sich oft auch vorsichtige oder träge Forellen zum Biss verleiten.

Mit einer passenden Tremarella-Rute, einer feinen Montage und etwas Übung in der Köderführung kann diese Technik zu einer der erfolgreichsten Methoden am Forellensee werden. Wer einmal den Rhythmus gefunden hat, wird schnell merken, warum Tremarella bei so vielen Forellenanglern so beliebt ist. Petri Heil!

Saiblinge auf Grund fangen

Das Angeln auf Saiblinge gehört zu den spannendsten Formen des Salmonidenfischens. Saiblinge sind eng mit Forellen und Lachsen verwandt und kommen vor allem in kalten, sauerstoffreichen Gewässern vor. Besonders in Bergseen, klaren Flüssen und auch in vielen Forellenseen werden sie gezielt befischt. Obwohl Saiblinge häufig aktiv auf Kunstköder reagieren, gibt es auch sehr einfache und zugleich äußerst effektive Naturködermethoden. Eine davon ist das Grundangeln mit Shrimps oder Garnelen.

Diese Methode ist überraschend erfolgreich und wird von vielen Anglern unterschätzt.

Warum Saiblinge auf Shrimps reagieren

Saiblinge sind zwar Raubfische, aber gleichzeitig auch opportunistische Fresser. Ihr Nahrungsspektrum ist relativ breit und umfasst unter anderem:

  • Insekten und Larven
  • kleine Krebstiere
  • Fischbrut
  • Würmer
  • Zooplankton

Gerade kleine Krebstiere gehören in vielen Gewässern zur natürlichen Nahrung der Saiblinge. Shrimps oder Garnelen passen daher sehr gut in ihr Beuteschema. Zusätzlich besitzen Garnelen einen intensiven Eigengeruch, der sich unter Wasser gut verbreitet und die Fische anlockt.

Besonders in kaltem Wasser oder bei vorsichtigen Fischen kann dieser natürliche Duftreiz entscheidend sein.

Die Grundmontage

Beim Angeln auf Saiblinge mit Shrimps wird meist eine einfache Grundmontage verwendet. Sie ist unkompliziert aufzubauen und sehr effektiv.

Ein typischer Aufbau sieht so aus:

Hauptschnur → Laufblei → Perle → Wirbel → Vorfach (60–100 cm) → Haken → Shrimp

Das Laufblei ermöglicht es dem Fisch, den Köder aufzunehmen, ohne sofort starken Widerstand zu spüren. Gerade bei vorsichtigen Saiblingen kann das den Unterschied ausmachen.

Als Haken eignen sich relativ kleine, stabile Modelle der Größen 6 bis 10, abhängig von der Größe des Shrimps.

Die Köderpräsentation

Der Shrimp wird so auf den Haken gezogen, dass er möglichst natürlich wirkt. Oft reicht es aus, den Köder einmal durch den Körper zu stechen, sodass ein Teil der Garnele frei im Wasser spielt.

Anschließend wird die Montage ausgeworfen und der Köder ruhig auf dem Gewässergrund abgelegt. Saiblinge nehmen Nahrung häufig in Grundnähe auf, besonders wenn sie nach kleinen Krebstieren suchen.

Der Duft des Shrimps verbreitet sich im Wasser und kann Saiblinge aus größerer Entfernung anlocken.

Gute Angelplätze

Saiblinge bevorzugen kaltes, sauerstoffreiches Wasser. Gute Plätze für diese Methode sind daher oft:

  • tiefere Bereiche von Seen
  • Übergänge von flachen zu tieferen Zonen
  • kühle Bereiche mit Zuflüssen
  • Bereiche mit steinigem oder kiesigem Grund

In Forellenseen halten sich Saiblinge oft etwas tiefer auf als Forellen, besonders wenn das Wasser wärmer wird.

Bissverhalten

Die Bisse von Saiblingen können unterschiedlich ausfallen. Manchmal greifen sie den Köder sehr entschlossen an, in anderen Fällen sind die Bisse eher vorsichtig.

Typische Bissanzeichen sind:

  • leichte Zupfer an der Rutenspitze
  • kleine Schnurbewegungen
  • langsames Abziehen der Schnur

Es lohnt sich, dem Fisch einen kurzen Moment Zeit zu geben, bevor man anschlägt. Saiblinge nehmen den Köder oft zunächst vorsichtig auf.

Warum diese Methode so erfolgreich ist

Das Grundangeln mit Shrimps hat mehrere Vorteile. Der Köder wirkt sehr natürlich, verbreitet einen starken Duft und muss kaum aktiv geführt werden. Gerade an Tagen, an denen Saiblinge nicht besonders aggressiv auf Kunstköder reagieren, kann diese Methode deutlich erfolgreicher sein.

Außerdem ist sie sehr einfach anzuwenden und funktioniert auch für weniger erfahrene Angler zuverlässig.

Fazit

Das Angeln auf Saiblinge mit Shrimps am Grund ist eine einfache, aber äußerst effektive Technik. Der natürliche Geruch und die hohe Attraktivität der Garnelen passen perfekt zum Nahrungsspektrum dieser Fische. Besonders in kühlen Gewässern oder bei vorsichtigen Fischen kann diese Methode hervorragende Ergebnisse liefern.

Wer gezielt auf Saiblinge angeln möchte, sollte daher unbedingt einmal versuchen, einen Shrimp einfach ruhig auf den Gewässergrund zu legen. Oft dauert es nicht lange, bis der erste Biss kommt. Petri Heil