Tremarella-Fischen auf Forellen

Das Tremarella-Fischen auf Forellen gehört zu den aktivsten und zugleich effektivsten Methoden beim Angeln in Forellenseen. Die Technik stammt ursprünglich aus Italien und hat sich inzwischen auch in vielen anderen Ländern etabliert. Besonders dann, wenn Forellen aktiv im Freiwasser unterwegs sind, kann Tremarella enorme Fangerfolge bringen. Entscheidend sind dabei das richtige Equipment, eine saubere Köderführung und ein gutes Gefühl für die Rute.

Die Grundidee des Tremarella-Fischens

Beim Tremarella-Angeln wird der Köder durch feine, schnelle Zitterbewegungen der Rutenspitze ständig in Bewegung gehalten. Diese Vibrationen übertragen sich über die Schnur und das Blei direkt auf den Köder. Dadurch entsteht ein unregelmäßiges, lebendiges Spiel im Wasser, das für Forellen äußerst reizvoll wirkt.

Gleichzeitig wird der Köder langsam eingeholt. Durch diese Kombination aus Zittern und Einholen sucht man aktiv verschiedene Wasserschichten ab, bis man die Forellen findet.

Das richtige Equipment

Beim Tremarella-Fischen ist speziell abgestimmtes Gerät sehr wichtig.

Die Rute:
Tremarella-Ruten sind meist sehr leicht, lang und besitzen eine besonders feine Spitze. Typische Längen liegen zwischen 3,60 m und 4,20 m. Die weiche Spitze ermöglicht es, die typischen Tremarella-Bewegungen sauber auszuführen und gleichzeitig auch vorsichtige Bisse zu erkennen.

Die Rolle:
Verwendet werden kleine bis mittelgroße Stationärrollen mit einer fein einstellbaren Bremse. Wichtig ist eine saubere Schnurverlegung, da beim Tremarella-Fischen häufig ausgeworfen wird.

Die Schnur:
Meist wird eine dünne monofile Schnur zwischen etwa 0,16 mm und 0,20 mm verwendet. Sie überträgt die Bewegungen der Rutenspitze gut und besitzt gleichzeitig eine gewisse Dehnung, die im Drill hilfreich ist.

Die Tremarella-Montage

Eine typische Tremarella-Montage besteht aus mehreren Komponenten:

  • Hauptschnur
  • Tremarella-Glas oder Tremarella-Blei
  • Gummiperle
  • Wirbel
  • Vorfach (ca. 60–120 cm)
  • kleiner Haken

Das Tremarella-Glas oder Blei sorgt für das Gewicht beim Auswerfen und überträgt gleichzeitig die Vibrationen der Rute auf den Köder.

Als Köder werden häufig Bienenmaden, Forellenteig oder kleine Naturköder verwendet.

Die richtige Köderführung

Die Technik ist der wichtigste Teil beim Tremarella-Fischen.

Nach dem Auswerfen lässt man die Montage zunächst auf die gewünschte Tiefe absinken. Anschließend beginnt man mit der typischen Bewegung der Rutenspitze. Dabei wird die Rute locker in der Hand gehalten und die Spitze schnell und gleichmäßig zitternd bewegt.

Gleichzeitig wird der Köder langsam eingeholt. Wichtig ist ein ruhiger Rhythmus. Die Bewegung sollte weder zu hektisch noch zu stark sein. Es geht darum, feine Vibrationen zu erzeugen.

Während des Einholens kann man immer wieder kurze Pausen einlegen oder die Einholgeschwindigkeit verändern, um unterschiedliche Reize zu setzen.

Bisse erkennen und richtig reagieren

Beim Tremarella-Angeln kommen Bisse oft überraschend. Manchmal spürt man ein deutliches Ziehen, manchmal nur ein leichtes Stoppen der Schnur.

In vielen Fällen haken sich die Forellen selbst, weil sie den Köder während der Bewegung attackieren. Deshalb reicht oft ein leichtes Anheben der Rute, anstatt eines harten Anschlags.

Das richtige Handling

Ein lockerer Umgang mit der Rute ist beim Tremarella-Fischen besonders wichtig. Die Bewegung sollte aus dem Handgelenk kommen und nicht aus dem ganzen Arm.

Je feiner die Bewegung, desto natürlicher wirkt das Spiel des Köders. Mit etwas Übung entwickelt man schnell ein Gefühl für die richtige Intensität.

Fazit

Tremarella ist eine äußerst aktive und spannende Methode, um Forellen zu fangen. Durch das gezielte Absuchen verschiedener Wasserschichten und die lebendige Köderführung lassen sich oft auch vorsichtige oder träge Forellen zum Biss verleiten.

Mit einer passenden Tremarella-Rute, einer feinen Montage und etwas Übung in der Köderführung kann diese Technik zu einer der erfolgreichsten Methoden am Forellensee werden. Wer einmal den Rhythmus gefunden hat, wird schnell merken, warum Tremarella bei so vielen Forellenanglern so beliebt ist. Petri Heil!

Inline-Spoons

Inline-Spoons haben sich in den letzten Jahren zu einer sehr beliebten Köderform beim Forellenangeln entwickelt. Ursprünglich stammt diese Köderform aus der japanischen Trout-Area-Szene, also dem ultraleichten Angeln auf Forellen in kleinen Seen und Angelanlagen. Inzwischen sind Inline-Spoons auch in Europa weit verbreitet und werden sowohl an Forellenseen als auch in natürlichen Gewässern erfolgreich eingesetzt. Besonders beim sogenannten Spoonfishing spielen sie eine wichtige Rolle.

Was sind Inline-Spoons?

Inline-Spoons sind kleine, meist sehr leichte Metallköder, bei denen die Schnur direkt durch den Körper des Köders geführt wird. Anders als bei klassischen Blinkern befindet sich die Befestigung also nicht fest am Kopf des Köders, sondern die Schnur läuft durch eine Öffnung im Spoon.

Die Montage sieht typischerweise so aus:

Hauptschnur → Spoon → kleine Gummiperle → Wirbel → Einzelhaken

Der Haken ist also nicht direkt am Spoon befestigt, sondern hängt am Wirbel hinter dem Köder.

Dieses System hat einige besondere Eigenschaften, die Inline-Spoons von klassischen Blinkern unterscheiden.

Funktionsweise unter Wasser

Inline-Spoons besitzen eine stark gebogene Form. Beim Einholen beginnen sie zu taumeln und zu flattern. Diese unregelmäßige Bewegung im Wasser erzeugt Lichtreflexe und Vibrationen, die Forellen zum Angriff reizen.

Da der Haken frei hinter dem Spoon hängt, kann sich der Fisch beim Drill oft weniger leicht vom Köder befreien. Gleichzeitig löst sich der Spoon im Drill häufig vom Haken und rutscht auf der Schnur nach oben.

Das reduziert Hebelwirkungen, die sonst zum Ausschlitzen führen könnten.

Vorteile von Inline-Spoons

Inline-Spoons bieten mehrere Vorteile gegenüber klassischen Metallködern.

Weniger Fischverluste im Drill

Ein großer Vorteil ist die Konstruktion mit dem freien Haken. Wenn eine Forelle gehakt wird, rutscht der Spoon häufig auf der Schnur nach oben. Dadurch kann der Fisch den Köder nicht mehr als Hebel benutzen, um sich vom Haken zu befreien.

Das führt oft zu einer höheren Landungsquote.

Schonender für den Fisch

Viele Inline-Spoons werden mit Einzelhaken ohne Widerhaken gefischt. Das ist in vielen Gewässern vorgeschrieben oder zumindest erwünscht, da es die Fische schont.

Durch die freie Montage lässt sich der Haken außerdem sehr schnell wechseln.

Sehr feine Köderführung möglich

Inline-Spoons sind meist sehr leicht und besitzen eine sensible Aktion. Sie lassen sich extrem langsam führen, was besonders bei kaltem Wasser oder vorsichtigen Fischen ein großer Vorteil sein kann.

Weniger Schnurdrall

Da sich der Spoon auf der Schnur bewegen kann und über einen Wirbel montiert ist, entsteht oft weniger Schnurdrall als bei manchen anderen Metallködern.

Nachteile von Inline-Spoons

Trotz ihrer vielen Vorteile haben Inline-Spoons auch einige Nachteile, die man kennen sollte.

Montage etwas aufwendiger

Im Vergleich zu einem normalen Blinker oder Spinner ist die Montage etwas komplexer. Man benötigt zusätzliche Komponenten wie:

  • kleine Gummiperlen
  • Wirbel
  • Einzelhaken

Gerade für Anfänger kann das zunächst etwas ungewohnt sein.

Köderwechsel dauert länger

Wenn der Spoon direkt auf der Schnur montiert ist, dauert ein Köderwechsel meist etwas länger als bei der Verwendung eines kleinen Karabiners.

Viele Angler lösen dieses Problem, indem sie mit kleinen Snaps arbeiten.

Kleine Haken können Fehlbisse verursachen

Inline-Spoons werden meist mit relativ kleinen Einzelhaken gefischt. Diese sind zwar fischschonend, können aber manchmal zu Fehlbissen führen, besonders wenn die Forellen nur sehr vorsichtig attackieren.

Nicht für alle Situationen geeignet

Inline-Spoons sind in erster Linie für ultraleichtes Angeln entwickelt worden. Bei starkem Wind, großen Wurfweiten oder sehr tiefem Wasser stoßen sie manchmal an ihre Grenzen.

In solchen Situationen können schwerere Köder oder andere Methoden effektiver sein.

Typische Einsatzgebiete

Inline-Spoons werden besonders häufig eingesetzt:

  • an Forellenteichen
  • in kleinen Seen
  • in klaren Gewässern mit vorsichtigen Fischen
  • beim ultraleichten Spinnfischen

Sie funktionieren besonders gut, wenn Forellen aktiv jagen oder auf kleine Beutetiere reagieren.

Farben und Größen

Inline-Spoons sind in vielen Farben erhältlich. Häufig verwendete Farben sind:

  • Silber oder Gold für sonnige Tage
  • natürliche Dekore bei klarem Wasser
  • auffällige Farben wie Chartreuse, Orange oder Pink bei trübem Wasser

Die Größen liegen meist zwischen etwa 0,8 und 4 Gramm.

Fazit

Inline-Spoons sind eine moderne und sehr effektive Köderform für das Forellenangeln. Ihre besondere Konstruktion sorgt für eine natürliche Köderaktion und reduziert gleichzeitig Fischverluste im Drill. Vor allem beim ultraleichten Spinnfischen und an Forellenseen gehören sie inzwischen zu den beliebtesten Ködern vieler Angler.

Trotz einiger kleiner Nachteile bieten Inline-Spoons zahlreiche Vorteile und sind besonders dann erfolgreich, wenn Forellen sensibel auf Köder reagieren oder sehr langsam geführte Köder bevorzugen. Wer sich einmal mit der Montage und Führung vertraut gemacht hat, wird schnell feststellen, warum diese Köder bei vielen Forellenanglern einen festen Platz in der Köderbox haben.

Naturköderangeln auf Forellen

Wenn an einem Gewässer Kunstköder verboten sind, bedeutet das nicht, dass effektives Forellenangeln unmöglich wird. Tatsächlich gibt es mehrere sehr erfolgreiche Methoden mit Naturködern, die teilweise sogar fängiger sein können als Kunstköder. Entscheidend ist eine möglichst natürliche Präsentation des Köders sowie eine angepasste Montage.

Im Folgenden werden einige der effektivsten Methoden vorgestellt.

Angeln mit Bienenmaden

Die Bienenmade gehört zu den beliebtesten Naturködern beim Forellenangeln. Sie ist robust, gut sichtbar und sehr beweglich im Wasser. Dadurch übt sie einen starken Reiz auf Forellen aus.

Montage

Am häufigsten wird die Bienenmade mit einer leichten Pose oder mit einem Sbirolino angeboten.

Typische Montage:

Hauptschnur → Pose oder Sbirolino → Stopper → Wirbel → Vorfach (80–120 cm) → kleiner Haken → Bienenmade

Die Bienenmade kann:

  • einzeln
  • doppelt
  • oder als „Bienenmadenkette“

angeboten werden.

Technik

Die Pose wird langsam über den See gezogen oder leicht treiben gelassen. Kleine Bewegungen mit der Rutenspitze sorgen dafür, dass sich die Made lebhaft bewegt.

Forellenteig

Auch wenn Forellenteig künstlich hergestellt wird, gilt er in vielen Gewässerordnungen als Naturköder. Er gehört zu den erfolgreichsten Ködern in Forellenseen.

Auftreibende Teigmontage

Eine klassische Methode ist die sogenannte Grundmontage mit auftreibendem Teig.

Aufbau:

Hauptschnur → Laufblei → Perle → Wirbel → Vorfach (60–100 cm) → Haken → Forellenteig

Der Teig wird so geformt, dass er im Wasser leicht auftreibt. Dadurch schwebt der Köder einige Zentimeter über dem Gewässergrund.

Vorteil

Forellen patrouillieren häufig knapp über dem Grund. Ein schwebender Köder liegt genau in ihrem Sichtfeld.

Angeln mit Wurm

Der Regenwurm oder Tauwurm ist ein klassischer Naturköder, der besonders in Flüssen und Bächen sehr erfolgreich ist.

Montage im Fluss

Eine einfache Driftmontage funktioniert besonders gut.

Typischer Aufbau:

Hauptschnur → kleines Blei → Wirbel → Vorfach → Haken → Wurm

Der Köder wird stromauf geworfen und mit der Strömung treiben gelassen.

Tipp

Der Wurm sollte möglichst natürlich präsentiert werden. Kleine Bewegungen der Strömung machen ihn besonders attraktiv.

Angeln mit Maden

Maden sind kleine, sehr lebhafte Köder, die vor allem bei vorsichtigen Forellen gut funktionieren.

Einsatzmöglichkeiten

Maden können verwendet werden:

  • an der Pose
  • an der Grundmontage
  • beim feinen Posenfischen

Oft werden zwei oder drei Maden gleichzeitig auf den Haken gezogen, damit ein stärkerer Lockreiz entsteht.

Köderfisch oder Fischfetzen

In manchen Gewässern ist auch das Angeln mit kleinen Köderfischen oder Fischfetzen erlaubt. Besonders größere Forellen reagieren oft auf solche proteinreichen Köder.

Typische Montage:

Hauptschnur → Blei → Wirbel → Vorfach → Einzelhaken oder System → Fischfetzen

Der Köder wird meist am Grund angeboten.

Das Posenangeln – eine sehr effektive Methode

Gerade wenn Kunstköder verboten sind, wird Posenfischen zu einer der wichtigsten Techniken.

Vorteile:

  • sehr natürliche Präsentation
  • große Wurfweite möglich
  • Köder kann aktiv geführt werden

Mit einer leichten Pose lassen sich Bienenmaden, Würmer oder Teig sehr erfolgreich präsentieren.

Wichtige Erfolgsfaktoren

Beim Naturköderangeln auf Forellen spielen einige Punkte eine entscheidende Rolle.

Köderbewegung

Forellen reagieren stark auf Bewegung. Selbst kleine Zupfer mit der Rutenspitze können den Köder deutlich attraktiver machen.

Vorfachlänge

Ein längeres Vorfach wirkt oft natürlicher. Häufig sind 80 bis 120 cm eine gute Wahl.

Köderwechsel

Wenn längere Zeit nichts passiert, sollte man regelmäßig den Köder oder die Präsentation ändern.

Gewässertiefe

Forellen halten sich nicht immer am Grund auf. Es lohnt sich, verschiedene Tiefen auszuprobieren.

Fazit

Auch ohne Kunstköder gibt es viele effektive Methoden, um Forellen zu fangen. Besonders erfolgreich sind Naturköder wie Bienenmaden, Würmer, Maden oder Forellenteig. In Kombination mit Posenmontagen, Sbirolino oder feinen Grundmontagen lassen sich diese Köder sehr natürlich präsentieren.

Wer flexibel bleibt, verschiedene Tiefen ausprobiert und den Köder lebendig führt, kann auch ohne Kunstköder sehr erfolgreich auf Forellen angeln. Oft sind Naturköder sogar die bessere Wahl, besonders wenn die Fische vorsichtig oder wenig aktiv sind.